Vom Bauerntrupp zur ortsübergreifenden Wehr

Gründung im November 1892 Brandbekämpfung anfangs noch mit Menschenketten und Löscheimern; baldiger Erwerb einer fahrbaren Handdruckspritze, deren Wasserversorgung mittels bäuerlicher Wasserwagen erfolgte; Alarmierung durch Geläut der Kirchenglocken, später durch Signalhörner

Ortsbrandmeister der ersten 25 Jahre: Bauer Otto Ahrend, Schmiedemeister Lebrecht Fromme, Bauer Gustav Drebenstedt, Sattlermeister Franz Wagner, Bodenmeister Otto Jacobs, Bauer Albrecht Rulff und Bauer Hermann Bunker

Weitere Entwicklungsschritte

1926 Anschaffung der ersten Motorspritze ( 1200 l/min), die von einem selbstgebauten Mannschafts- und Gerätewagen gezogen wurde (Pferdegespann, später Einsatz eines Zweitakt-Mercedes); aus Platzgründen Umzug vom Zimmermannplatz auf den Dollschen Hof (heute DRK-Zentrum); 1939 Indienststellung eines neuen Löschfahrzeugs (Opel Blitz); während des Kriegs Verpflichtung älterer, nicht eingezogener Bürger durch die Gemeinde; 1951 Ernennung zur Stützpunktwehr im Kreis Wanzleben, wenig später Kauf eines Löschfahrzeugs vom Typ Phänomen K 27 (das die Feuerwehr auch heute noch in Schuss und Ehren hält) und fahrzeugbedingter Umbau des Gerätehauses; 1958 bis 1961 Bau des heutigen Gerätehauses und Übergabe eines Löschwagens Robur 1800 mit Schlauchanhänger; 1982 Umrüstung auf ein LF 8 (Robur 2002); 1987 staatliche Auszeichnung mit der Medaille für Verdienste im Brandschutz und Grundsteinlegung für den An- und Umbau des Gerätehauses; 1988 Fuhrparkerweiterung durch ein TLF 16

Nach der Wende

1992 Kauf einer Drehleiter; ab 1996 erhebliche Investitionen in Ausstattung und Technik; 2010 Ersatzbeschaffung Drehleiter; 2017 grundsätzliche Einigung zur freiwilligen Zusammenlegung mit der Ortsfeuerwehr Ummendorf nebst neuem und dann gemeinsam genutzten Dienststandort

Eilsleben l Intern hat man sich schon längst mit den Ummendorfer Kameraden verflochten, die offizielle Fusion beider Wehren sei aber eine noch ausstehende Formsache, wie Eilslebens Wehrleiter Johannes Erben kundtat: „Die freiwillige Zusammenlegung ist beim Landesinnenministerium beantragt und wird hoffentlich in nächster Zeit positiv beantwortet. Das bedeutet einen der größten Wendepunkte in der Geschichte beider Feuerwehren. Auch die Planungen für das neue Gerätehaus werden immer konkreter. Nächstes Jahr soll der Bau starten, und wenn alles klappt, sollen spätestens 2019 die Feuerwehr Eilsleben und Ummendorf dort gemeinsam einziehen.“

Auf die 125-jährige Geschichte der Eilsleber Wehr rückblickend, zeigte Erben nicht zuletzt auf, dass eine starke und funktionsfähige Feuerwehr auf dem Lande ein wichtiger Faktor für Sicherheit, Hilfe und Rettung sei. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an einschneidende Geschehnisse wie das Eilsleber Hochwasser 1941, bei dem das halbe Dorf überschwemmt wurde, oder an das Großfeuer am 10. Januar 1967 in der örtlichen Zuckerfabrik. „Das war der größte Brand bislang, bei dem zwar die Fabrik nicht gehalten werden, wohl aber die Wohnhäuser ringsum vor den Flammen geschützt werden konnten.“

Zugunglück war der schlimmste Einsatz

Der „mit Abstand schlimmste Einsatz“ habe sich am 11. Oktober 1985 ereignet: „Das Zugunglück zwischen Wefensleben und Eilsleben, das erst vor wenigen Tagen in einer Fernsehreportage aufgegriffen wurde und gezeigt hat, wie enorm wichtig Rettungskräfte in einem solchen Katastrophenfall sind“, so Erben

Bilder

Nachdem der Wehrleiter beim Festempfang in der Sporthalle die Entwicklung der Feuerwehr nachgezeichnet hatte, würdigte Werner Müller, Vorsitzender des Verbandsgemeinderats Obere Aller, die Leistungen der Feuerwehrkameraden mit der Überreichung einer Ehrenurkunde. In der steht unter anderem geschrieben: „Das Jubiläum erinnert an eine lange Tradition großen Einsatzes und selbstauferlegter Pflichterfüllung für die Allgemeinheit. Für diese Leidenschaft in Vergangenheit und Gegenwart, für die permanente Einsatz- und Ausbildungsbereitschaft sowie für das bürgerschaftliche Verantwortungsgefühl möchten wir allen Angehörigen der Ortsfeuerwehr Eilsleben herzlich danken.“

Eilslebens Bürgermeister Manfred Jordan sprach im Namen des Gemeinderates den Dank für die ehrenamtlichen Leistungen in der Wehr aus und betonte ebenfalls ihre Bedeutung für die Gemeinde. Gemeindewehrleiter Reinhard Breitfelder stellte fest: „Ihr seid eine der stärksten Säulen bei der Gefahrenabwehr in der Verbandsgemeinde Obere Aller und darüber hinaus. Wir brauchen euch, da sich das Gefahrenpotential ständig erhöht, und die Nachbarwehren brauchen eure Unterstützung.“

Harald Hinz, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Börde, sagte mit Blick auf die Fusion mit der Wehr Ummendorf: „Dadurch und mit dem neuen Gerätehaus wird eine andere Qualität erreicht werde.“ Er begrüßte zudem die Absicht, eine Kinderfeuerwehr gründen zu wollen. Dazu erklärte Johannes Erben: „Nach einer ersten Interessenabfrage haben 21 Kinder Lust auf Feuerwehr, also gibt es bald neben unserer sehr starken Jugendfeuerwehr eine weitere Abteilung, die unsere Nachwuchsarbeit verstärkt.“