Eilsleben l Dass der Wasserturm „bröckelig“ aussieht, war jüngst auch einer Schülergruppe aus Ummendorf beim Erkunden des Wahrzeichens aufgefallen. Darauf angesprochen, hatte Hendrik Conradi von der Interessengemeinschaft Wasserturm erklärt, dass die Fassade dringend repariert werden müsste, dafür jedoch das Geld fehle. Jetzt ist es da – unverhofft zwar, aber auch nicht aus dem Nichts heraus.

Schon vor zwei Jahren hatte Conradi in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, die Eigentümerin des Turms ist, und der Verwaltung einen Förderantrag an das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) erarbeitet. „Wolfgang Dommes vom Gemeinderat und Roswitha Bätge im Bauamt haben maßgeblich daran mitgewirkt und die Beantragung aufrechterhalten“, bedankt sich Hendrik Conradi für die Unterstützung, die nun Früchte trägt. Denn Bürgermeister Manfred Jordan konnte Ende voriger Woche verkünden: „Der Fördermittelbescheid aus dem ALFF liegt vor. Wir hatten schon gar nicht mehr damit gerechnet. Umso schöner, dass es doch noch geklappt hat.“ Conradi versetzte: „Das ist ein Traum. Damit wird ein ganz wichtiger Schritt zum Erhalt des Wasserturms getan. Wir sollten jetzt schnell die Ausschreibungsphase hinter uns bringen, dann kann es wohl spätestens im Frühjahr 2017 losgehen.“

Eigenanteil liegt bei 20 000 Euro

Knapp 60 000 Euro hat das ALFF bewilligt. Das sind 75 Prozent der veranschlagten Kosten. Rund 20 000 Euro werde die Gemeinde Eilsleben als Eigenanteil aufbringen, so Manfred Jordan. Die zylindrisch geformte Fassade sollte nach Beendigung der Arbeiten nicht mehr „bröckelig“ aussehen – und Hendrik Conradi freut sich schon auf den neuerlichen Besuch der Schulkinder, denen er dann zeigen kann, was sich verändert hat. „Für die Kinder ist das hier immer ein tolles Ausflugsziel und eine faszinierende Entdeckungsreise“, sagt Conradi. „Ich selbst war ganz angetan, weil ich zuletzt sogar Bilder und Dankesbriefe von den Kindern bekommen habe. Das zeigt einfach, dass es sich lohnt, die Mühen hier zu investieren.“

Bilder

Schwerpunkt der kommenden Maßnahme ist die Abdichtung des Mauerwerks. Sämtliche Fugen sollen erneuert, brüchige Steine ausgetauscht werden. Derzeit macht dem Verein insbesondere die wind- und regenanfällige Wetterseite zu schaffen, wie Conradi erklärt: „Durch die Risse dringt Feuchtigkeit ein, und das Wasser läuft innen an den Wänden entlang. Wir haben schon angefangen, innen zu verputzen, aber auch der Fachmann hat aufgegeben und gesagt, dass es keinen Sinn hat, solange das Mauerwerk außen nicht dicht ist.“ Im Zuge der Arbeiten sollen auch zwei Fenster im unteren, noch vermauerten Turmbereich eingebaut werden: „Die liegen samt Gitterschutz schon seit zwei Jahren fertig bereit.“

Bliebe also noch der ganz große Wunsch der Wassertürmler: die Elektrifizierung. „Strom ist ganz wichtig – aber noch Zukunftsmusik“, stellt Hendrik Conradi fest. Mit einem festen Stromanschluss könnte man das Führungs- und Veranstaltungsangebot am Wasserturm noch deutlich attraktiver gestalten. Man behilft sich derzeit mit einem Dieselaggregat – „doch das ist laut und sperrig.“ Manfred Jordan kündigte daher an, „mal prüfen zu lassen, was die Erschließung in etwa kosten würde.“