Gröningen l Als der Gröninger Schlosswächter alias Ralf Staufenbiel jüngst bei einem ausgiebigen öffentlichen Standtrundgang sein mehr als 30-köpfiges Gefolge am Brückentorhaus vorbeigeführt hat, wurde seine ansonsten eher sehr muntere Stimme doch recht trübselig. Ist dieses 1473 im Eingangsbereich zum einstigen Schlossgelände errichtete Gebäude doch heute das ältestes Haus der Bodestadt, jedoch „in einem schlimmen Zustand und dem Verfall preisgegeben ist“, so Ralf Staufenbiel.

2003 zieht der letzte Bewohner aus

Eine Tatsache, die der Gröninger Heimatforscher und Ortschronist schon seit geraumer Zeit anprangert. Nicht zuletzt, nachdem 2003 die letzten Bewohner aus dem Brückentorhaus gezogen sind und sich für Staufenbiel vier Jahre später die Möglichkeit ergab, mal selbst einen Blick in das historischen Gebäude zu werfen.

Kaputte Türen, Unkraut und Müll

Was Ralf Staufenbiel da vorgefunden und wie ihn das aufgewühlt hat, das ist in seinem weitere zwei Jahre später erschienenen Buch über die Geschichte des Gröninger Schlosses unter anderem so nachzulesen: „Meine Sichtung des Brückentorhauses im Mai des Jahres 2007 war erschütternd. Das Grundstück war aufgrund zerstörter Türen frei zugänglich. Kraut und Müll in Höhe von etwa einem Meter erschwerten den Zugang zu den Innenräumen, in denen unter anderem alle Wandverkleidungen und Öfen herausgerissen waren.“

Doch war und ist Ralf Staufenbiel nicht nur über den Zustand in diesem Gebäude erschüttert. Der Heimatforscher ist auch zunehmend über den Zustand der gesamten Bausubstanz, vor allem dem Zustand des Daches in Sorge, das seiner Ansicht nach inzwischen auch eine Gefahr für Passanten darstellen könnte.

Etwa 50 Personen spielen eine Rolle

„Das Brückentorhaus ist trotz dieses schlechten Zustandes aber noch der am besten erhaltene Zeuge des gesamten ehemaligen Gröninger Schlosskomplexes und deshalb historisch sehr wertvoll“, sagt Ralf Staufenbiel, weshalb seiner Meinung nach unbedingt etwas gegen einen weiteren Verfall und zum Erhalt dieses Gebäudes getan werden müsse. Was Grund genug für ihn gewesen sei, sich an den Denkmalschutz zu wenden. „Was aber nichts gebracht hat“, so Staufenbiel. Nicht zuletzt sei für alle Beteiligten ein großes Problem, dass mit Blick auf die Eigentumsverhältnisse des einstigen Schlossgeländes etwa 50 Personen eine Rolle spielen und deshalb Absprachen über die Zukunft der Schloss-Reste nur sehr schwer möglich seien.