Gröningen l „Wir sind in täglicher Habachtstellung, stehen im täglichen Austausch mit Schülern und Eltern. Wir sprechen auch mal die Empfehlung aus, Kinder zu Hause zu lassen“, berichtet Thomas Scholz, Schulleiter der des „Börde Campus Gröningen“. In Zeiten der Corona-Pandemie hält sich die Freie Sekundarschule/Freies Gymnasium in Trägerschaft der gemeinnützigen Schulgesellschaft „Rahn Education“„ streng an die Empfehlungen des Landesschulamtes mit einem sehr detaillierten Hygienekonzept“. Damit sei aber auch eine emotional sehr schwierige Situation entstanden. Zwischen den einzelnen Klassen gibt es nichts Gemeinsames mehr, nichts Klassenübergreifendes, keine Arbeitsgemeinschaften. „Die 10. Klasse konnte nicht ins Praktikum gehen, das Weihnachtsfest und das Weihnachtssingen der Schule fiel aus, ebenso die Sprachen- und Winterreise. Wie sollen wir so das Jahrbuch mit schönen Ereignissen füllen? Wir haben alle Gelder, die für Aktionen und Veranstaltungen geplant waren, eingefroren und wenn alles vorbei ist, dann werden wir ein riesiges Schulfest feiern und alle Emotionen rauslassen“, versichert schon jetzt Thomas Scholz.

Vor mehr als zwei Jahren ist der „Börde Campus Gröningen“ in einen Schulneubau gezogen, der schon in den Sommermonaten erweitert wird. Nein, es wird nichts angebaut. Gegenüber des Neubaus hat die Gröninger Grundschule noch ihren Platz. Nach den Sommerferien werden die Grundschüler ihr angestammtes Domizil verlassen und in die Grabenstraße 14 ziehen. Dort hat dann die Gemeindeverwaltung ihr Notquartier verlassen, ist zu diesem Zeitpunkt bereits in den neuen Verwaltungssitz Marktstraße 7 gezogen.

Das Notquartier in der Grabenstraße 14, ein ehemaliges Schulgebäude, bleibt ein Notquartier, dort ziehen die Grundschüler ein, bis ihre neue Grundschule fertig ist. Dafür wird das ehemalige Fachkabinettgebäude auf dem Gelände komplett umgebaut.

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Doch kehren wir zum Börde-Campus zurück. Die Rahn-Education kauft die Gröninger Grundschule, dort werden Sekundarschüler und Gymnasiasten einziehen. „Der Sekundarschulbereich läuft inzwischen zweizügig, der Schulneubau ist also schon wieder zu klein. Nach den Sommerferien werden wir erst einmal mit zwei Klassen im dann ehemaligen Grundschulgebäude beginnen“, berichtet Thomas Scholz.

Der Campusleiter spricht von einer sportlichen Herausforderung, denn im ehemaligen Grundschulgebäude müsse innerhalb von sechs Wochen Sommerferien die gesamte digitale Infrastruktur wie die Verkabelung der Wlan-Netze untergebracht werden. Auch Malerarbeiten müssten erledigt werden. Schritt für Schritt werden weitere Klassenräume fertig gestellt. In der Endstufe verfügt das zweite Lehrgebäude des Börde Campus über sechs Klassenräume für 150 Schüler.

An das Grundschulgebäude schließt sich ein Park mit der St. Cyriacus-Kirche an. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll die Kirche zum kulturellen Zentrum des Börde-Campus werden und zugleich für viele Gelegenheiten der breiten Öffentlichkeit zugänglich sein.

Nach einer Sanierung würden 200 Gäste Platz finden. Diese können hier Theateraufführungen und Konzerte in einer festlichen Atmosphäre erleben. Die Orgel soll ebenfalls restauriert werden. Die Vorstellungen gehen sogar soweit, dass Interessierte das Orgelspielen erlernen könnten. Die Kirche soll von den Schulen als Festsaal genutzt werden. Feierliche Zeugnisausgaben in einem solchen Ambiente krönen ein Schuljahr oder die gesamte Schulzeit.

„Unser Ziel ist es, dass die Kirche St. Cyriacus mit dem angrenzenden Park ein Wahrzeichen für die Stadt Gröningen wird und für eine humanistische Bildung und Erziehung am Börde-Campus Gröningen steht“, heißt es im Konzept zur künftigen Nutzung der St. Cyriacus-Kirche.