Theater

Hötensleber „Bördebande“ zurück auf der Bühne

Mit „Alice im Traumzauberland“ hat sich die „Bördebande“ nach langer Pause auf der Bühne zurückgemeldet. Das Stück der Hötensleber Theatergruppe kam am Wochenende gleich zweimal zur Aufführung. Die Kinder und Jugendlichen hatten sich intensiv auf diese außergewöhnliche Premiere vorbereitet.

Von Angelika Höde
Die Figuren im Traumzauberland stellten Alice (sitzend) vor schwere Rätsel. In der Titelrolle agierte Maya Stefanowski.
Die Figuren im Traumzauberland stellten Alice (sitzend) vor schwere Rätsel. In der Titelrolle agierte Maya Stefanowski. Foto: Angelika Höde

Hötensleben - Bevor sich der Vorhang im Hötensleber Kulturraum über dem Restaurant „Syrtaki“ hob, waren alle Gäste zu Kaffee und selbst gebackenem Kuchen eingeladen – alles natürlich entsprechend der Corona-Bedingungen, um ein Maximum an Sicherheit zu gewährleisten. Dank der fleißigen Helfer ist es dem kleinen, aber rührigen Verein wieder gelungen, für die Besucher ein ansprechendes Ambiente zu schaffen.

In den vergangenen Wochen hatte die Kindergruppe des Theatervereins „Bördebande“ mit Regisseurin Rimma Chibaeva sowie mit der Tanzchoreografin Emilia Klein emsig geprobt. Zur Premiere hatte man nun extra die Mitglieder des Gemeinderats eingeladen. „Wir möchten zeigen, was wir hier dank der Unterstützung durch die Gemeinde mit viel Fleiß und einer gehörigen Portion Enthusiasmus geschaffen haben“, erklärte Vereinschefin Sieglinde Ziehm.

Ein Stelldichein merkwürdiger Figuren

Pünktlich um 16 Uhr läutete Rimma Chibaeva dann ihr Glöckchen und die Vorstellung konnte beginnen. Die Schauspieler und das Ballett nahmen die Besucher mit auf eine phantastische Reise durch das Traumzauberland. Hier ist Alice irgendwie angekommen und sucht nun ihren Weg nach Hause. Das gestaltet sich allerdings nicht ganz so einfach, trifft sie doch dabei auf allerlei seltsame Persönlichkeiten mit denen auch die Kommunikation alles andere als einfach ist. Da sind unter anderem ein permanent in Eile befindliches Kaninchen, sich ständig streitende Königinnen, ein Grinsekater und Wachsfiguren – und alle sprechen für Alice zunächst in Rätseln.

Das Stück mit seinen Figuren bedient sich zwar des Kinderbuchklassikers „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll als Vorlage, ist jedoch eine eigene, von Rimmy Chibaeva bearbeitete und auf ihr Hötensleber Nachwuchsensemble zugeschnittene Geschichte. Mit ihrer Mischung aus Spiel, Gesang und Tanz gelang es den jungen Akteuren, das Publikum zu fesseln. Immer wieder brandete begeisterter Szenenapplaus auf.

Die Reise ins Traumzauberland nahm natürlich ein gutes Ende. Alice fand nicht nur ihren Weg nach Hause, sondern hat als Königin viele neue Freunde gefunden. So hieß es dann: „Wenn Du fröhlich bist, klatsch in die Hand!“ Der Aufforderung kam das restlos begeisterte Publikum gern nach. Für ihre wirklich überragende Leistung erhielten die Darsteller verdiente Ovationen, und gemeinsam wurde zum Abschied aus dem Traumzauberland gesungen.

Als Zeichen der Anerkennung gab es von Rimma Chibaeva, die nicht nur als Regisseurin und Dramaturgin, sondern auch als Tontechnikerin fungierte, für jeden Mitwirkenden eine Rose. Für Rimma und Emilia hatte Vereinsvorsitzende Sieglinde Ziehm natürlich auch Blumen als kleines Dankeschön für deren ehrenamtliche Arbeit dabei.

Lob von allen Seiten

Bürgermeister Horst Scheibel und die Ratsmitglieder René Müller und Wulf Biallas waren von der Vorstellung ebenfalls begeistert. „Man merkt, dass hier alle mit Herzblut bei der Sache sind, und dieser Funke der Begeisterung springt über. Es war fantastisch und zauberhaft. Gut, dass wir im Ort einen Verein haben, der Theaterkultur für alle erlebbar macht“, war sich das Trio einig. Nicht weniger Lob fuhr das Ensemble bei der öffentlichen Aufführung am Sonntag ein.

Sieglinde Ziehm hörte das freilich gern, ist es doch eine deutliche Wertschätzung für die Arbeit des Vereins. Sie meinte: „Mit der Schaffung des Kulturraums hat uns die Gemeinde das ermöglicht, deshalb gilt neben den direkt Beteiligten Akteuren und ihren Betreuern auch den Gemeindeverantwortlichen unser Dank in besonderem Maße. Wir möchten, dass uns der Raum noch lange erhalten bleibt.“

Zugleich ließ Ziehm wissen, dass die „Bördebande“ durchaus noch Verstärkung gebrauchen kann, sei es auf oder neben der Bühne: „Kommen Sie zu den Proben dienstags von 19 bis 21 Uhr und probieren Sie aus, wieviel Spaß das Spiel auf der Bühne macht! Und ganz dringend benötigen wir einen Techniker.“

Nach der Premiere ist bekanntlich vor der Premiere. Und so proben auch die großen Bördebandenmitglieder bereits für das nächste Theaterstück. Es trägt den Titel „Das Orchester“. Sieglinde Ziehm: „Die Zuschauer dürfen gespannt sein.“