Oschersleben l „Wir von der AfD-Fraktion sehen den Umzug schon deshalb kritisch, weil mit 46.000 Euro nicht unerhebliche Mietkosten entstehen. Diese Summe wird den Haushalt belasten“, meinte AfD-Fraktionschef Uwe Krause. Er wagt zudem zu bezweifeln, dass der Umzug der Stadtverwaltungsmitarbeiter tatsächlich zur Belebung der Innenstadt beitragen könnte. Krause fragte nach, wie die Parkplatzsituation geregelt werden solle.

Thomas Harborth, Chef der Bewos, der das Kaufhaus O gehört und aktuell saniert, teilte dazu mit, dass 25 bis 30 Parkplätze hinter dem Haus geschaffen werden. Zudem seien Flächen der Ritterstraße 5 bis 7 gekauft worden, um dort ebenso Parkplätze anzulegen.

Umzug mit gemischten Gefühlen

Auch Jörg Gildemeister, Fraktionschef der Freien und Unabhängigen Wählergemeinschaft (FUWG) sieht den Umzug mit gemischten Gefühlen. Hinter dem Umzug würde sehr wohl ein finanzieller und materieller Aufwand stecken, den er als ehemaliger Mitarbeiter der Stadtverwaltung schon einmal mitgemacht hat, als der Umzug in umgekehrte Richtung erfolgte, raus aus dem Kaufhaus O, hin zum Peseckendorfer Weg. Damals seien die Kosten für die Miete der Grund für den Umzug gewesen. „Die uns hier vorliegende Aufrechnung sehe ich kritisch und ich sehe einen erhöhten Aufwand, den die Stadt nicht leisten muss. Eine Ersparnis kann ich nicht erkennen“, so Gildemeister.

Torsten Schubert (CDU) verweist darauf, dass es sich beim künftigen Vermieter, der Bewos, um die eigene städtische Wohnungsbau und -verwaltungsgesellschaft handele. Er sehe es positiv, dass vor allem bürgernahe Dienste wieder zusammengebracht werden. Zudem betonte er, dass in das Verwaltungsgebäude im Peseckendorfer Weg nicht unerheblich investiert werden müsste, um heutige Standards für eine moderne Verwaltung zu erreichen. „Zudem würde die Standleitung wegfallen, keine unerhebliche Einsparung“, so Torsten Schubert. Laut Stadtverwaltung müssen für die Standleitung zwischen Rathaus und Peseckendorfer Weg keine Unterhaltungskosten gezahlt werden. „Das war seinerzeit das Anliegen der Verwaltung: von den Telekommunikations-Anbietern unabhängig in der internen Kommunikation zu sein. Die Leitung hat also nur die Verlegungskosten verursacht“, so Stadtsprecher Mathias Schulte.

„Wir fordern schon seit Jahren, mehr für die Belebung der Innenstadt zu tun, Arbeitsplätze direkt im Stadtzentrum zu schaffen und ein Bürgerbüro zu installieren, in dem die Bürger alles Notwendige an einem Ort ohne weite Wege erledigen können. Genau das können wir mit dem Umzug in das Kaufhaus O erreichen“, plädierte SPD-Fraktionschef Olaf Pankow für den Umzug.

Schlussendlich stimmten 24 Stadträte für den Umzug, vier sagten Nein und ein Stadtrat enthielt sich der Stimme.

Künftig barrierefrei

Künftig müsste die Stadtverwaltung Oschersleben im ehemaligen Kaufhaus eine Jahresmiete von knapp 47.000 Euro plus Betriebskosten von 19.000 Euro aufbringen. Die Betriebskosten für das Verwaltungsgebäude im Peseckendorf belaufen sich pro Jahr auf 26.000 Euro. Eine Barrierefreiheit, wie sie im neuen Domizil durch einen Aufzug gegeben sein wird, könne im Peseckendorfer Weg nur mit einem kompletten Umbau des Gebäudes erzielt werden und wäre mit erheblichen Kosten verbunden. Zudem stünde eine umfangreiche Dachsanierung an, die Kosten dafür wurden auf 43.000 Euro geschätzt. In der Beschlussvorlage zum geplanten Umzug kann nachgelesen werden, dass die Mehrkosten, die mit der Anmietung verbunden sind, durch Einsparungen von Dienstreise- und Fahrzeugkosten und durch Personalkosteneinsparungen durch die Zusammenlegung zweier Fachbereiche kompensiert werden können. Darüber hinaus würden energiesparende Büroausstattungen die Betriebskosten senken.