Ausleben l Ist im Gerätehaus der Ausleber Feuerwehr normalerweise Blau die vorherrschende Farbe der Uniformen, war es diesmal das Jägergrün. Denn die Jägerschaft Oschersleben-Bördekreis hatte zur Mitgliederversammlung in den Veranstaltungsraum der Ausleber Wehr eingeladen.

Und dort hielt der bisherige Jägerschaftsvorsitzende Frank Eggert auch gleich zu Beginn der Veranstaltung eine flammende Rede und sprach in seinem Bericht über etliche problematische Themen, mit denen sich die Jägerschaft derzeit auseinander zu setzen habe. An erster Stelle nannte Frank Eggert den Umgang mit der afrikanischen Schweinepest. Dabei forderte er im Namen aller Waidgenossen sogenannte Bejagungsschneisen sowie ein Aussetzen der Gebühr für die Trichinenuntersuchung bei erlegten Wildschweinen.

Eindringlicher Appell

Einen eindringlichen Appell richtete Eggert in Richtung der Politik, die das Bundesjagdgesetz verändern solle. „Wir Jäger fordern unter anderem eine bundeseinheitliche Prüfungsordnung für die Jungjäger und einheitliche Büchsenmunition“, so Eggert.

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Mit Blick auf das zurückliegende Jagdjahr sprach Frank Eggert von einer positiven Bilanz. So sei der Jägerschaft wieder ein großer Schritt in der Mitgliederförderung gelungen. Aktuell würden sich neun Jungjäger in einem Lehrgang auf die Jagdprüfung vorbereiten. „Die Mitgliederzahl unserer Jägerschaft hat sich von 212 auf 225 Mitglieder leicht erhöht“, sagte Eggert.

Mitgliederzahl gestiegen

Der bisherige Vorsitzende nutzte auch die Gelegenheit, um alle Jäger aufzurufen, den Schießplatz der Jägerschaft intensiver zu nutzen. „Wir haben dort optimale Trainingsmöglichkeiten. Bitte nutzt diese“, so der Aufruf von Frank Eggert, für den dieser Bericht auch so etwas wie eine Abschiedsrede war, hat er doch später bei der Wahl des neuen Vorstands nicht wieder kandidiert.

So bedankte er sich am Ende seiner Rede unter anderem bei seinen Vorstandskollegen für die bisherige Zusammenarbeit und kündigte an, sich auch weiterhin um die Jungjägerausbildung zu kümmern.

Schatzmeister gibt Finanzbericht

Nachdem Schatzmeister Joachim Barner den Finanzbericht gegeben und ihm danach die Kassenrevision eine „ordnungsgemäße Kassenführung“ und ein „stabiles finanzielles Niveau“ sowie einen „ausgeglichenen Haushalt“ bescheinigt hatte, bezifferte Kreisjägermeister Heinrich Schulze die Tiere, die im Vorjahr von den Mitgliedern der Jägerschaft bis Ende November erlegt worden beziehungweise die Opfer von Verkehrsunfällen geworden sind.

Danach seien beim Damwild von 700 für die Jagd freigegebenen Tiere 272 erlegt worden, beim Muffelwild sind von 69 freigegebenen Tiere drei erlegt worden. Ein ähnliches Bild würde laut Schulze auch das Rehwild zeigen. „Hier waren 1 404 Tiere freigegeben und 772 wurden erlegt.“ Zudem seien vom Schwarzwild 414 Tiere sowie 394 Füchse zur Strecke gebracht worden.

27 Jungjäger in der Ausbildung

„Die Fuchsstrecke ist leicht rückläufig, was sicher auch an der Konkurrenz durch den Marderhund und den Waschbären liegt“, sagte Heinrich Schulze, der zudem informierte, dass im Landkreis gegenwärtig 27 Jungjäger in der Ausbildung seien. Er rief die Jägerschaft auf: „Schaffen Sie Möglichkeiten über Begehungsscheine, damit die jungen Jäger auch die Jagd ausüben können. Die gemeinsame Jagd von jungen und gestandenen Jägern ist für beide Seiten sehr förderlich.“

Bei den Wortmeldungen von Amtstierarzt Dr. Hans-Joachim Krohm und Tierarzt Dr. Anne Sievers spielte noch einmal die afrikanische Schweinepest eine Rolle. „Eine effektive Tierseuchenbekämpfung ist nur gemeinsam mit der Jägerschaft möglich“, stellten sie fest und forderten die Jäger auf, die gebotene Hygiene beim Aufbrechen des Wildes zu beachten. „Nur so kann eine Übertragung von gefährlichen Krankheiten auf den Menschen oder seinen Jagdhund vermieden werden.“

Bei der abschließenden Vorstandswahl wurde die bisherige stellvertretende Vorsitzende Silke Kowall die neue Chefin der Jägerschaft. Ihre Stellvertreter sind Ansgar Willenius und Gerald Frese. Alter und neuer Schatzmeister ist Joachim Barner und Schriftführer ab sofort Michael Knape.

Versammlung endet mit Schüsseltreiben

Nach der Wahl der Delegierten für den Landesjägertag endete die Mitgliederversammlung mit einem zünftigen Schüsseltreiben. Der Förderverein der Gemeindefeuerwehr Ausleben hatte dafür in der Küche des Gerätehauses einen deftigen Grünkohlschmaus vorbereitet.