Ampfurth/Wanzleben (ll/yhe) l Prozessauftakt vor dem Landgericht Berlin: Am Dienstag, 10. November, beginnt die Gerichtsverhandlung gegen vier Männer, denen vorgeworfen wird, in der ehemaligen Gaststätte „Zur Grünen Tanne“ im Oschersleber Ortsteil Ampfurth eine Hanfplantage angelegt zu haben. Die vier Beschuldigten sollen bandenmäßig Cannabis angebaut und damit gehandelt haben, geht aus einer Mitteilung des Landgerichts hervor.

Die Razzia Mitte Juni, an der auch Polizisten aus Berlin beteiligt waren, hatte in der Region für einiges Aufsehen gesorgt. So hatten die Polizisten am 17. Juni nicht nur die „Grüne Tanne“ in Ampfurth gestürmt, sondern auch den Wanzlebern einen spektakulären Einsatz geliefert. Dort stoppten sie ein in Richtung Klein Wanzleben flüchtendes Fahrzeug und nahmen zwei Männer fest.

Gasthof 2018 gekauft

Zum Hintergrund des Gerichtsverfahrens: Laut Mitteilung des Landgerichts Berlin soll der Angeklagte Martin Kl. den Gasthof 2018 gekauft haben. Die anderen Angeklagten Dimitar K., Boban B. und Jamal T. hätten dort die Hanfplantage aufgebaut und 800 Setzlinge gepflanzt, teilte eine Sprecherin des Gerichts mit. Eine erste Ernte hätte ein Gewicht von 24 Kilogramm gehabt. Bei einer Durchsuchung des Gebäudes am 17. Juni wurden insgesamt rund 1000 Cannbispflanzen vorgefunden mit vier Lkw abtransportiert. Das geschätzte Gewicht der Drogen betrug 32 Kilogramm.

Die Razzia in Ampfurth hatte zahlreiche Schaulustige aus dem Ort angelockt. Im Dorf selbst haben die Leute schon länge geahnt, dass in der „Grünen Tanne“ nicht alles mit rechten Dingen zugeht: So hätten sie beobachtet, wie junge Leute – die drei mutmaßlichen Hanfzüchter sind zwischen 33 und 35 Jahre alt – viele Säcke mit Erde in das Haus getragen haben. Später wurden die Fenster zur Straße zugemauert. Unterdessen habe der Hauseigentümer penibel darauf geachtet, dass rings um das Haus alles in Ordnung ist. Er habe auch regelmäßig die Straße gefegt.

Konzertierte Polizeiaktion

Die Durchsuchung war Teil einer konzertierten Polizeiaktion, bei der am 17. Juni zehn Durchsuchungsbeschlüsse in Sachsen-Anhalt und Berlin vollstreckt wurden. Insgesamt wurden sechs Männer festgenommen, gegen vier von ihnen ergingen Haftbefehle.

Der Prozess beginnt um 9.30 Uhr im Saal B 129 vor der Strafkammer 11 des Landgerichts Berlin. Bis 18. Januar 2021 hat das Gericht acht weitere Verhandlungstermine angesetzt.