Neindorf l Mit Dr. Bert Hanke hat das Zentrum für Innere Medizin der Bördeklinik Neindorf einen neuen Chefarzt. Am Montag, 14. Oktober, hat der aus Niedersachsen stammende Facharzt für Innere mit dem Schwerpunkt Gastroenterologie und den Zusatzbezeichnungen Geriatrie (Altersmedizin) und Palliativmedizin seine neue Stelle angetreten. Dort muss erst einmal viel Neues lernen und hin und wieder auf die Suche gehen: Wo war jetzt noch mal der Raum für die Röntgenbesprechung? „Ja, und dann das Computersystem, da muss ich mich erst einmal reinfuchsen“, meint der neue Chef, der aber schon nach zwei Tagen die Dienste seiner Sekretärin zu schätzen weiß. „Sie navigiert mich durch den Tag.“

Aus Berlin ist Bert Hanke mit seiner Frau, einer Urberlinerin, mit zwei Hunden und zwei Katzen nach Ohrsleben gezogen. An die Ruhe in dem kleinen Dorf müsse sich das Ehepaar erst gewöhnen.

Auf Umwegen Arzt geworden

Bert Hanke ist auf Umwegen Arzt geworden. Nach dem Abitur studierte er in Braunschweig Pharmazie, mit Nachtdiensten finanzierte sich der Apotheker sein Medizinstudium. Der Facharzt für Gastroenterologie ist vor allem auf das Endoskopieren spezialisiert. Im Gespräch mit dem Chefarzt wird deutlich, dass er von diesem Fachgebiet regelrecht begeistert, ja besessen ist. „Mit der heutigen Technik, mit HD-Bildern, die im Innern des menschlichen Körpers entstehen und dabei ganz neue Möglichkeiten in der Diagnostik aufzeigen, können wir heute ganz schonende Verfahren selbst zur Entfernung von bösartigen Tumoren ohne große OPs anwenden. Wir können von der endoskopischen Chirurgie sprechen. Und mit dieser gehen wir in Räume, die nie zuvor ein Internist gesehen hat“, schwärmt Bert Hanke von seinem Fachgebiet. Dieses hat sich in der jüngsten Vergangenheit immer weiter entwickelt und bietet mit der Endosonographie weitere neue Möglichkeiten, sichere Diagnosen zu stellen, Patienten minimalinvasiv zu behandeln und damit die ambulanten Dienstleistungen zu erhöhen. Die Klinik hat für diese speziellen Leistungsangebote in neue Medizintechnik im Gesamtwert von 250.000 Euro investiert.

Bert Hanke sieht seine Aufgabe vor allem auch darin, das Team anzuleiten, den Umgang mit dem neu angeschafften Endosonograph zu üben, Ärzte aus den eigenen Reihen entsprechend auszubilden. „Da wir das Angebot in der Endoskopie deutlich ausbauen und damit auch gegenüber der Uniklinik absolut konkurrenzfähig sind, sollen selbstverständlich auch die internistischen Kolleginnen und Kollegen versiert im Umgang damit sein.“ Auch neue Endoskopieschwestern werden gebraucht. Nicht er habe die Bördeklinik gesucht, sondern die Klinik ihn gefunden. Bert Hanke war viele Jahre als leitender Oberarzt in Berliner Krankenhäusern tätig und schätzt die Herausforderung einer kleinen aber hochspezialisierten Klinik und einem engagierten Team. An seiner neuen Arbeitsstätte schätzt er die familiäre Atmosphäre mit einer guten Mannschaft.

Der bisherige Direktor des Zentrums für Innere Medizin Prof. Dr. med. habil. Steffen Rickes beendet nach fünf Jahren seine Tätigkeit in der Helios Bördeklinik. „Steffen Rickes gebührt mein besonderer Dank. Er hat die Innere Medizin der Klinik in schweren Zeiten übernommen und sie mit einem hervorragenden Team und einem breiten Diagnostik- und Therapiespektrum zu einem stabilen Standbein ausgebaut. Zudem hat er mit großem Einsatz dafür Sorge getragen, die Patientenversorgung auf einem hohen Niveau sicherzustellen. Für seinen weiteren beruflichen Weg wünschen wir ihm alles Gute“, sagt Klinikgeschäftsführer Michael Lange.