Gemeinde Westliche Börde l Niklas Venzke ist Pressesprecher der Verbandsgemeindefeuerwehr Westliche Börde. Mit Beginn des neuen Jahres blickt er auf das Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres zurück. „Die Kameraden wurden 2020 zu insgesamt 66 Einsätzen in der Verbandsgemeinde gerufen. Zu 50 Prozent rückten die Feuerwehrleute zu Brandeinsätzen aus, die anderen 50 Prozent waren Hilfeleistungen. Zum Vergleich: 2019 waren es 69 Einsätze. Von allen Einsätzen kehrten die Kameraden 2020 gesund und unverletzt zurück“, so Niklas Venzke. Die Einsätze waren im Allgemeinen nicht groß oder schwer, es gab auch keine schweren Verkehrsunfälle.

Zum Einsatzgeschehen des Vorjahres berichtet er darüberhinaus, dass die Feuerwehren der Westlichen Börde zu zahlreichen Nachbarschaftshilfen in angrenzenden Gemeinden gerufen worden sind.

Überflutungen in Ausleben

In besonderer Erinnerung bleiben die Einsätze am 13. Juni und 18. August, als es zu Überflutungen in Ausleben kam.

Feuerwehrmann Niklas Venzke möchte die Bürger explizit auf etwas aufmerksam machen: „Wird ein piepender Rauchmelder gehört, sollte umgehend die 112 angerufen werden.“

Da auch die Wehren der Verbandsgemeinde zunehmend mehr Vegetationsbrände zu bekämpfen haben, sei im vergangenen Jahr damit begonnen worden, Vegetations-brandbekämpfungsbekleidung für die Kameraden zu beschaffen. „Aber es wurde noch mehr in die Ausstattung der Wehren investiert. So bekam die Gemeindewehr Ausleben eine Drohne für den Einsatzleitwagen. Für die Großalsleber Wehr wurde ein Türöffnungssatz angeschafft. Zudem konnten ein Gerätewagen und ein Mannschaftstransportfahrzeug in Betrieb genommen und neue Funkgeräte eingebaut werden“, berichtet Niklas Venzke. Zudem seien Systemtrenner, Dekontaminationssätze, Schläuche, Atemschutztechnik, CO2-Warngeräte, eine mobile Staustelle und ein Tablet für die Wehren beschafft worden.

Ausbildung fortgesetzt

Trotz Corona und den damit verbundenen Einschränkungen wurde die Standort-Ausbildung fortgesetzt. So konnten insgesamt 150 Lehrgänge abgeschlossen werden. Allerdings seien deutlich mehr geplant gewesen.

Die Verbandsgemeindefeuerwehr kann auf neun neue Atemschutzgeräteträger zurückgreifen, zwölf Kameraden haben die Truppmannausbildung, Teil 1, abgeschlossen.“ Trotzdem muss festgestellt werden, dass es einen großen Nachholbedarf gibt, da viele Lehrgänge abgesagt werden mussten“, berichtet Niklas Venzke weiter. Wie auch die Tatsache, dass fünf Führerscheine bezuschusst worden sind.

Während der Corona-Lage und den Lockdowns sind sechs von sieben Ortsfeuerwehren zu Online-Ausbildungen per Videokonferenz übergegangen. „Auf lange Sicht jedoch ist es wichtig, wieder zu einer praktische Ausbildung überzugehen. Ich möchte aber betonen: Die Ausbildung der Kameraden ist weiterhin sichergestellt, die Bürger müssen sich keine Sorgen machen“, macht Niklas Venzke deutlich.

Wehrleiter abberufen

Zur Situation in der Ortsfeuerwehr Kroppenstedt berichtet er, dass Wehrleiter Karsten Knigge zurückgetreten ist und inzwischen abberufen wurde. „Wir danken Karsten Knigge für seine Dienste“, sagt Venzke im Namen der Gemeindewehrleitung. Das Amt des Wehrleiters übernimmt Kamerad Martin Sperling, er werde gerade eingearbeitet. Weiterhin wird eingeschätzt, dass sich die Wehr auf einem positivem Weg befinde. „Wie alle anderen Ortsfeuerwehren jedoch würde sich auch die Feuerwehr Kroppenstedt über neue Mitglieder freuen.“

Wie ist es überhaupt um die Zahl der Einsatzkräfte bestellt? Die Verbandsgemeindefeuerwehr hat 203 Mitglieder in der Einsatzabteilung, davon vier über der Altersgrenze mit Sondergenehmigung. Die Jugendfeuerwehr hat 95 Mitglieder, in der Kinderfeuerwehr sind es 63. Die Alters- und Ehrenabteilung zählt 112 Mitglieder. 76 Frauen und Männer gelten als sonstige Mitglieder.

„Da 15 Kameraden eine Doppelmitgliedschaft in zwei Abteilungen haben, ergibt das eine Anzahl von insgesamt 534 Mitgliedern in der Verbandsgemeindefeuerwehr Westliche Börde“, fasst Niklas Venzke zusammen. Die genannte Zahl sei eine leichte Steigerung zum Vorjahr.

Kein Präsenzdienst

Die Arbeit in den Kinder- und Jugendfeuerwehren ist von großen Einschränkungen geprägt, da kein Präsenzdienst angeboten werden kann, der aber gerade für die Mädchen und Jungen wichtig wäre. In mehreren Feuerwehren werden Online-Dienste auch mit den Jugendlichen und Kindern durchgeführt. „Das Kontakthalten, besonders in der Kinderfeuerwehr, ist jedoch sehr schwierig“, muss Niklas Venzke einschätzen.

Vor gut zwei Jahren wurde im Bereich der Feuerwehren die Arbeit mit einem Budget hauptsächlich für Investitionen der einzelnen Feuerwehren eingeführt mit dem Ziel, die Eigenverantwortung der Wehren zu stärken.

„Die Arbeit mit den Budgets bietet den Vorteil, dass jede Feuerwehr für sich Schwerpunkte setzen kann. So erfolgt ein sparsamer und vor allem verantwortungsvoller Umgang mit den Mitteln“, erklärt Niklas Venzke.

Investition in Gröningen

Eine große Investition war der Gerätehausanbau in Gröningen, der im Oktober 2020 eingeweiht werden konnte. Der Innenausbau der Fahrzeughalle soll 2022 fortgesetzt werden.

Auf die Webseite der Verbandsgemeinde Westliche Börde finden Interessierte stets aktuelle Informationen zur Arbeit der Feuerwehr. Hier werden auch die einzelnen Ortswehren vorgestellt.