Großalsleben/Krottorf l Schon mehrfach hat Gröningens Bürgermeister Ernst Brunner die Krottorfer Burg ins Spiel gebracht, wenn es um ein neues Domizil für die Kindertagesstätte des Ortes ging. „Das jetzige Gebäude der Kita ist ein Initiativbau aus LPG-Zeiten und war eigentlich gar nicht als Kindereinrichtung vorgesehen. Aus der Not heraus wurde das Haus zur Kita“, erzählt Gröningens Stadtoberhaupt. Da das Gebäude schon länger mit Problemen behaftet ist, müsse über kurz oder lang nach einer neuen, zukunftsfähigen Lösung gesucht werden. Und diese Lösung sieht Ernst Brunner in der Burg.

Die Burg könnte aufgewertet werden

Ein Planer habe sich das schon mal angeschaut und gemeint, dass es machbar wäre. „Im nächsten Jahr wollen wir die Planung vorantreiben und in Auftrag geben. Vorstellbar wäre, die Krottorfer Kita im Bereich der jetzt leer stehenden Wohnungen und der ehemaligen Tischlerei unterzubringen. Wir würden die Burg wieder mehr nutzen und damit aufwerten“, meint Ernst Brunner. Er hält die Burg mit den angrenzenden Flächen, dem Park, dem alten Sportplatz, wo die Spielfläche für die Kinder entstehen könnte, für ein ideales Kita-Gelände. Zusätzlich könnte auch der öffentliche Spielplatz vor der Burg genutzt werden.

Ernst Brunner verschweigt indes nicht, dass das Projekt sicher nicht heute und nicht morgen realisiert werden kann und sich nach Fördermitteln umgeschaut werden müsste. Doch Gröninges Stadtoberhaupt findet ganz deutliche Worte, wenn es um den Erhalt der Kita Krottorf geht: „Die Kita bleibt, sie muss bleiben, weil der Bedarf ganz einfach da ist.“

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Im Übrigen gäbe es bereits Interessenten für eine Nachnutzung des heutigen Kita-Gebäudes, welches ja direkt an der Bode liegt und möglicherweise touristisch genutzt werden könnte.

Im Bau- und Brandschutz- ausschuss, aber auch im Schul- und Sozialausschuss der Verbandsgemeinde hat der Investitionsstau in den Kitas Krottorf und Großalsleben schon einmal eine Rolle gespielt. Der Schul- und Sozialausschuss, dem umfangreiches Zahlen- und Faktenmaterial vorlag, gab schlussendlich für die Kita Krottorf die Empfehlung, die Kindereinrichtung in der Burg zu integrieren und ein Nutzungskonzept, eine Grundlagenermittlung sowie eine Bedarfsanalyse zu erstellen.

Sanierung in Großalsleben komplizierter

Im Bau- und Brandschutzausschuss hatte Ernst Brunner als Ausschussvorsitzender die Sanierung der Kita in Großalsleben als kompliziert eingestuft. Das Dach muss dringend erneuert werden. Geplant sei dies einschließlich Fassade mit einem Volumen von 80 000 Euro für 2021. Diese Baumaßnahmen könnten im laufenden Kita-Betrieb möglicherweise realisiert werden. Das trifft für eine Sanierung im Innern keinesfalls zu. Hier müsste die Elektroanlage, die sie sich in einem desolaten Zustand befindet und nicht den geltenden Vorschriften entspricht, komplett erneuert und anschließend Wände und Decken gemalert werden. Die Bodenbeläge sind ebenfalls zu erneuern. Für all diese Arbeiten müssen die Kinder samt Erzieher ausziehen.

Im Bau- und Brandschutzausschuss wurde daher vorgeschlagen, temporär Räume in Krottorf für die Kindertagesstätte Großalsleben zu nutzen. Dies setze allerdings voraus, dass erst das Projekt Kindertagesstätte Krottorf realisiert wird und dann die Kindertagesstätte Großalsleben.