Oschersleben l Seit zehn Jahren gibt es in Sachsen-Anhalt den Lesesommer XXL. Seit zehn Jahren ist auch die Stadtbibliothek Oscherslebn dabei. „Somit feiern wir ein Jubiläum“, begrüßte die Leiterin der Oschersleber Kinderbibliothek, Anke Gruve, gemeinsam mit FSJ-lerin Svenja Pidde und Kollegin Gabriele Koch 50 Mädchen und Jungen, die sich in diesem erfolgreich am Lesesommer XXL beteiligt haben. Die Aktion war am 2. Juli gestartet und endete am 23. August.

An den Start gingen in Oschersleben zunächst 69 Mädchen und Jungen zwischen 9 und 13 Jahren. Am Ende konnten 34 Mädchen und 16 Jungen die Voraussetzungen für ein Zertifikat erfüllen. Konkret bedeutet das, dass sie in der Bibliothek angemeldet sind und mindestens zwei Bücher während der Sommerferien gelesen und bewertet haben. Bei pünktlicher Rückgabe der Bücher mussten pro Buch drei Fragen zum Inhalt des Buches beantwortet werden. „Und diese konnten tatsächlich nur beantwortet werden, wenn das Buch komplett gelesen worden ist“, erklärt Anke Gruve noch einmal das Prozedere. Zusätzlich war jeder Teilnehmer aufgerufen, das von ihm gelesene Buch mithilfe einer Bewertungskarte zu bewerten, zu notieren, ob das Buch lustig, traurig, gruselig oder spannend war.

Die Teilnehmer des diesjährigen Lesesommers kommen bei weitem nicht nur aus Oschersleben. Sie kommen aus verschiedenen Ortsteilen, aus Ottleben, Gröningen, Sommersdorf, Sarstedt und Meyendorf.

Für viele das letzte Mal

Zur Auswertung des Lesesommers XXL blickten Anke Gruve und Gabriele Koch in etliche bekannte Kindergesichter, die sozusagen schon alte Hasen in Sachen Lesesommer sind. Einige von ihnen nahmen 2019 zum letzten Mal teil. Im nächsten Jahr werden sie die Altersgrenze überschritten haben.

Viele Arme gingen nach oben, als Anke Gruve nach den Neulingen fragte. Drei Kinder haben sich neu in der Bibliothek angemeldet.

Anke Gruve betonte, dass der Lesesommer kein Wettbewerb sei, um herauszufinden, wer es schafft, die meisten Bücher zu lesen. „Was für Manche ganz einfach scheint, ist für viele Kinder eine große Herausforderung und Anstrengung. Zum Glück überwiegt die Freude über das Gelungene. Natürlich sollen mit dieser Aktion das Lesen und die Freude daran im Mittelpunkt stehen. Zugleich aber auch anregen, weiterhin zu lesen und unsere Kinderbibliothek zu besuchen“, fasst Anke Gruve zusammen.

Kinder entwickeln Leserausch

Anscheinend entwickeln einige Kinder während des Lesersommers einen regelrechten Leserausch. Dazu gehören Alexander Möller (50 Bücher), Jan Luca Ehrhardt (36) und Hammade Ghazal (19). Sie erhielten eine Medaille. Insgesamt wurden 226 Bücher gelesen. Das sind 46.515 Seiten.

Alle 34 Mädchen und 16 Jungen nahmen aus den Händen von Bürgermeister Benjamin Kanngießer und Anke Gruve ein Zertifikat entgegen, das ihnen die Teilnahme bestätigt. Sie können dieses den Lehrern vorlegen und so möglicherweise noch eine gute Note in Deutsch bekommen. „Bücher sind für euch scheinbar noch aktuell und nicht aus der Mode gekommen. Auch hat die Kinderbibliothek mit der Auswahl der Bücher euren Nerv getroffen. Ich freue mich, dass ich wieder so viele Zertifikate unterschreiben durfte“, sagte Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos), ehe er jedem Kind zu seinem Erfolg gratulierte.

Die Musikschülerinnen Janna Malkowski und Frieda Pohl von der Kreismusikschule „Kurt Masur“ begleiteten mit ihrer Lehrerin Nadine Duwe die Auswertung des Lesesommers mit ihrem Gesang. Zugleich wurden Janna Malkowski und Frieda Pohl zu Glücksfeen. Sie losten Niclas Hotopp, Jasmin Zabel, Lilly Degegnhardt und Hannah Lindner als Gewinner von Büchergutscheinen, gekauft mit Landesfördermitteln, aus.