Oschersleben l Ist da nun die Feuerwehr oder ist da der Rettungsdienst unterwegs? Allein mit den Ohren lässt sich das in Oschersleben und Umgebung nicht mehr so einfach herausfinden. Denn die Fanfaren, mit denen zum einen die Fahrzeuge der Brandbekämpfer und zum anderen die des medizinischen Notdienstes auf sich aufmerksam machen, die hören sich inzwischen hierzulande nahezu identisch an, sind also so gut wie nicht mehr zu unterscheiden.

Genau genommen ist es der Rettungsdienst, der seinen Ton geändert hat und nun wie das Martinshorn der Feuerwehr klingt. Auch wenn die Feuerwehr-Fanfaren wie gehabt mit Druckluft, also per Kompressor betrieben werden und die des Rettungsdienstes elektronisch.

Bisher nur gute Erfahrungen

„Unser neuer Ton ist dem der Feuerwehr sehr ähnlich“, bestätigt Tobias Niemann. Was auch einen guten Grund habe, wie der Rettungsdienst-Leiter des Malteser Hilfsdienstes hinzufügt und weiter sagt: „Unser früherer Ton ist vor allem außerhalb der Ortschaften, also auf der Landstraße mitunter schlecht gehört worden. Weshalb viele Kraftfahrer unsere Fahrzeuge nicht richtig wahrgenommen haben.“

Bilder

Aus diesem Grund, sowie auf der Basis neuester Studien, hat sich der Malteser Hilfsdienst, der seit Januar 2011 im Altkreis Oschersleben für den Rettungsdienst zuständig ist, für eine Veränderung entschieden. Und damit für den jetzt genutzten Fanfarenton. „Unsere Kollegen sind damit sehr zufrieden und haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht“, sagt Tobias Niemann.

Wobei keine neue Technik in alte Fahrzeuge eingebaut, sondern mit der Ton-Umstellung bis zur Erneuerung des Fuhrparks gewartet worden ist. Die es nun gegeben hat. Denn in den zurückliegenden Wochen hat sich der Malteser Hilfsdienst für seine beiden Rettungswachen in Oschersleben und in Völpke vier neue Rettungsfahrzeuge und einen neuen Notarztwagen zugelegt. So dass aus dem alten Bestand lediglich noch ein Rettungsfahrzeug rollt. „Das ist erst drei Jahre alt und musste jetzt noch nicht erneuert werden“, wie Tobias Niemann sagt.

Vollautomatische Tragen

Der bei den jüngsten Neuanschaffungen aber nicht nur darauf geachtet hat, dass seine Leute mit einem anderen Sirenenton zum Einsatz fahren, sondern dass alles moderner wird. So dass beispielsweise die vier neuen Rettungsfahrzeuge nicht nur von einer anderen Autofirma, sondern vor allem mit einer neuen Rettungstrage ausgestattet sind. „Das sind vollautomatische Tragen, die die körperliche Belastung unserer Mitarbeiter erheblich vermindern. Sie sind für unsere Kollegen vor allem rückenschonend“, sagt Tobias Niemann.

Zudem haben die neuen Rettungsfahrzeuge allesamt so genannte „Raupenstühle“ an Bord, mit denen Patienten ohne großen Kraftaufwand Treppen hinauf oder auch hinunter transportiert werden können. So lange es keine Wendeltreppen sind.

Und auch für das neue Notarztauto hat sich Niemann etwas einfallen lassen. Dieses Fahrzeug ist jetzt großer als das bisherige, so dass beispielsweise bei schlechtem Wetter die Möglichkeit besteht, geschützt Formalitäten zu erledigen oder Gespräche zu führen.

So dass die 40 Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes, die seit gut sechs Jahren in den Rettungswachen in Oschersleben und Völpke den Rettungsdienst für den Altkreis Oschersleben sicherstellen, mit den Neuerungen mehr als zufrieden sind. Wie beispielsweise Rettungsassistent Dominik Kirsten, Notfallsanitäter Bastian Walter oder Rettungssanitäter Robert Schildt bestätigen.

Ja, inzwischen fahren nicht nur Rettungsassistenten und Rettungssanitäter parallel mit dem Notarzt zum Einsatzort. Seit drei Jahren gibt es auch den Beruf des Notfallsanitäters. Zu dem sich die bisherigen Rettungssanitäter nach und nach weiterbilden und zu dem die jetzigen Lehrlinge von vornherein ausgebildet werden. Von solchen Lehrlingen gibt es derzeit in der Oschersleber Rettungswache drei, mit Beginn des nächsten Ausbildungsjahres werden es acht sein.