Stadtrat hat sich gestern Abend für Neubau entschieden - Inbetriebnahme nicht vor 2017

Oschersleben baut auf dem Gelände in der Breitscheidstraße ein Kombi-Schwimmbad

Von René Döring

Auf dem bisherigen Freibadgelände in der Oschersleber Breitscheidstraße wird in einigen Jahren für gut 5 Millionen Euro ein kombiniertes Hallen- und Freibad gebaut. Das hat der Stadtrat gestern Abend mehrheitlich entschieden.

Oschersleben l Es wird auch über dieses Jahr hinaus die Möglichkeit bestehen, auf dem bisherigen Freibadgelände in der Oschersleber Breitscheidstraße zu schwimmen, zu baden oder anderweitig seine Freizeit zu verbringen. In absehbarer Zeit sogar nicht mehr nur im Sommer, sondern auch im Winter. Und zwar in einem kombinierten Hallen- und Freibad, das dort in einigen Jahren gebaut werden soll. Das hat gestern Abend der Oschersleber Stadtrat mehrheitlich mit Stimmen aus allen Fraktionen entschieden und damit eine schon Jahre andauernde Diskussion über die künftige Oschersleber Bäderlandschaft beendet.

"Der Einsatz hat sich gelohnt", freute sich nach dieser Entscheidung Ines Schreinert, die gemeinsam mit Anke Hustedt an der Spitze einer Bürgerinitiative steht, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten für den Erhalt des Oschersleber Freibades engagiert hat. Und das mit Erfolg. Zumindest mit einem Teilerfolg. Denn es wird zwar zur Freude der Initiative auch in Zukunft auf dem Gelände in der Breitscheidstraße ein Schwimmbad geben, aber das wird dann längst nicht mehr so aussehen wie heute. Auch die Mehrheit der Teilnehmer an der jüngsten Volksstimme-Leserbefragung hatten sich für den Bau einer Halle in der Breitscheidstraße ausgesprochen.

Wie genau nun dieses Kombi-Bad aussehen wird, das steht noch nicht fest. Denn gestern Abend ging es in dieser Sonder-Ratssitzung erst einmal um die Entscheidung, wie es überhaupt mit den Bädern in Oschersleben weitergehen soll, für deren Betrieb die Stadt jährlich bis zu 800000 Euro ausgibt und die zudem großen Investitionsbedarf haben.

In einer ersten Abstimmung hatte der Stadtrat gestern Abend entschieden, das bisherige Freibad und die Volksschwimmhalle durch ein solches Kombi-Bad zu ersetzen, das so etwas wie ein Hallenbad mit Freiluftbecken ist. Und in einer zweiten Abstimmung fiel die Entscheidung, dass diese neue Anlage auf dem bisherigen Freibadgelände in der Breitscheidstraße entstehen soll.

Zuvor hatte ein vom Stadtrat beauftragtes Halberstädter Planungsbüro insgesamt sechs Varianten vorgestellt. Zu denen gehörte beispielsweise auch, ein Kombi-Bad auf dem Burghof oder ein neues Hallenbad nebst Flussbadeanstalt an der Bode zu bauen.

Das wurde von den meisten der gut 60 Besucher abgelehnt, von denen sich auch etliche in der Bürgerfragestunde zu Wort gemeldet und sich mitunter sehr emotional vorwiegend für den Erhalt des Standortes in der Breitscheidstraße ausgesprochen haben. Zu Wort gemeldet hatte sich auch der Ausleber Jens Klamm, der in Oschersleben soziale Projekte begleitet. Er plädierte dafür, dass das Oschersleber Bad in Zukunft vor allem Kindern und Jugendlichen nicht mehr nur die Möglichkeit zum Baden bieten dürfe, sondern ein Ort für abwechslungsreiche Freizeitangebote sein müsse. Wofür er von vielen Besuchern Applaus bekam.

Gebaut werden soll das neue Kombi-Bad in vier, fünf Jahren, wenn die Stadt Oschersleben ihren Haushalt konsolidiert und dann wieder die Möglichkeit hat, einen Kredit aufzunehmen.