Oschersleben l Bis zur letzten Minute liefen die Vorbereitungen. Emsig wurden Plätzchen mit Zuckerguss verziert, Beutel gepackt, Gaben sortiert. Im Hintergrund lief Weihnachtsmusik. Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch hatte sich besonders festlich zurechtgemacht - inklusive passender Schürze und Rentiergeweih. Dann öffnete das Soziale Zentrum des DRK seine Fenster.

Draußen warteten mehr als 100 Nutzer der Tafel in einer langen Schlange. An diesem besonderen Tag gab es für sie und ihre Familien nicht nur warmes Essen und Lebensmittel zum Mitnehmen. Ergänzt wurde das Angebot durch einen speziellen Weihnachtsbeutel und Süßigkeiten. Wer Kinder daheim hat, bekam Geschenke für sie mit auf den Weg. Auch Bücher, Deko-Materialien, Waschmittel und Pflegeprodukte wurden verteilt.

Bei all dem erhielt das Team der Oschersleber Tafel namhafte Unterstützung: Ralf Kürbis, der Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Börde, packte selbst mit an - ebenso wie Vinny Zielske, die Geschäftsführerin des Trink- und Abwasserverbandes Börde (TAV), die bereits genannte Landtagspräsidentin und Thomas Harborth, der Geschäftsführer der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Bewos. Die Damen hatten es sich nicht nehmen lassen, im Vorfeld Plätzchen in großen Mengen zu backen. Auch die Bewos steuerte Süßigkeiten bei.

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Normalerweise lädt das DRK zusammen mit seinen Unterstützern die Tafelnutzer jedes Jahr zu einer großen Weihnachtsfeier ein. Letztes Jahr fand sie im Saal der Oschersleber Burg statt. Aber das ist wegen der Corona-Situation aktuell nicht möglich. „Wir haben beschlossen, für alle unsere Tafeln trotzdem eine Aktion zu machen“, berichtete Mandy Oelke. Sie ist beim DRK-Kreisverband die Leiterin der Sozialen Arbeit.

Begeistert aufgenommen

An den anderen beiden Tafelstandorten in Wolmirstedt und Haldensleben gab es ähnliche Aktionen. Sie wurden mit Begeisterung angenommen. Ebenso wie in Oschersleben freuten sich die Tafelnutzer über die zusätzlichen Gaben. Schließlich waren sie auch ein Ausdruck der Wertschätzung. Wie Mandy Oelke erklärte, gehe es darum, auch im sogenannten Lockdown für bedürftige Menschen da zu sein. In diesem Zusammenhang dankte die Leiterin der Sozialen Arbeit auch Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer und dem städtischen Ordnungsamt für ihre dauerhafte Unterstützung.

Zugleich wurde streng auf die Einhaltung des Hygienekon- zepts und der Sicherheitsabstände geachtet. Deshalb wurden das Essen und die Beutel auch durch die Fenster nach draußen gereicht. Die Gäste kamen einzeln an die Reihe. „Mit dieser Verfahrensweise haben wir den Vorschriften der Landesregierung Rechnung getragen“, erklärte Mandy Oelke.

Allgemein sind die Tafel-Mitarbeiter derzeit in Teams im Einsatz, die im Wochenrhythmus wechseln. So kann die Einrichtung ihren Betrieb aufrecht erhalten, während zugleich das Infektionsrisiko gesenkt wird.

Die Kleiderkammer, die sich ebenfalls im Sozialen Zentrum befindet, musste dagegen vorerst schließen. „Die Ausgabe von Bekleidung ruht voraussichtlich bis zum 10. Januar“, führte Mandy Oelke aus. Das sei bedauerlich, aber eben vorgeschrieben. Bei Bedarf gebe es jedoch eine Notversorgung. „Betroffene können sich telefonisch bei uns melden“, so die Leiterin der Sozialen Dienste. „Wir stellen dann Pakete zusammen, die abgeholt werden können.“ Das gelte auch für Einrichtungen wie beispielsweise Frauenhäuser. Darüber hinaus kann auch weiterhin Kleidung angenommen werden.