Oschersleben l Ein wahres Schmuckstück entsteht derzeit ganz nahe der Oschersleber Innenstadt: Die Wohnungsbaugesellschaft Bewos saniert derzeit die alte Burg. Im Jahr 2010 hatte die Bewos die Burg samt dem Areal der sogenannten Vorburg gekauft. Mit Hilfe von Fördermitteln von Land und Bund sowie Eigenmitteln der Stadt Oschersleben wird dem über viele Jahre dem Verfall preisgegebenen Gebäude neues Leben eingehaucht.

Ein sehr ehrgeiziges Projekt. Denn die Burg war in einem bedauernswerten Zustand. Allein die Gründung des Bauwerkes nahm sehr viel Zeit in Anspruch und war eine Herausforderung. 90 Pfähle, teilweise bis zu 20 Meter tief in das Erdreich gerammt, waren nötig, um das Gebäude zu stabilisieren, berichtete Bewos-Geschäftsführer Thomas Harborth am Donnerstagnachmittag den Mitgliedern des Kreisausschusses.

Landkreis Börde wird Mieter in der Burg

Die hatten ihre Sitzung nach Oschersleben verlegt, um sich vom Fortgang der Sanierungsarbeiten an der Burg selbst ein Bild zu machen. Denn der Landkreis wird künftig Mieter in der Burg sein. Hier soll das Kreisarchiv von Oschersleben und Wanzleben einziehen. Der Umzug soll noch im August beginnen und voraussichtlich bis Ende September dauern.

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Drei Magazinräume mit Rollregalen sowie einen zusätzlichen Archivraum wird das Kreisarchiv in der Burg beziehen. Hinzu kommt ein großzügiger Lesesaal, in dem die Mitarbeiter des Kreisarchivs ihren Arbeitsplatz haben sowie die Benutzer des Archivs für ihre Recherchen Platz finden werden, erläuterte Sandra Luthe, die Leiterin des Kreisarchivs, den Ausschussmitgliedern.

Mehr als zweieinhalb Kilometer Regallänge wird das Archiv von Oschersleben und Wanzleben dort belegen. Den speziellen Anforderungen, die ein Archiv benötigt, habe die Bewos beim Ausbau Rechnung getragen, sagte Bewos-Chef Harborth. Die Magazinräume sind fensterlos, da Licht ein „Feind“ der alten Akten ist. Außerdem wurde eine spezielle Belüftungsanlage eingebaut, die für die korrekte Temperatur und Luftfeuchte sorgt.

Aufwertung durch neue Unterbringung

Archivleiterin Sandra Luthe ist überzeugt, dass mit dem neuen Standort das Archiv deutlich aufgewertet wird. Die Bedingungen für die Mitarbeiter und die Nutzer des Archivs seien hier optimal. Zudem werde die öffentliche Wahrnehmung durch die gemeinsame Unterbringung von Kreis- und Stadtarchiv in dem historischen Gebäude positiv beeinflusst.

Neben dem Archiv baut die Bewos einen Veranstaltungsraum, in dem künftig bis zu 200 Leute an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen können. Hierfür gebe es schon erste Anmeldungen, so Thomas Harborth. Außerdem entstehen im Dachgeschoss fünf Wohnungen. Drei davon sind bereits vermietet.