Schermcke l Darum geht es beim Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das in Arbeit ist. In einer Serie spricht die Volksstimme mit den Ortsbürgermeistern über deren Wünsche. Heute: Marcel Ott aus Schermcke. Wenn Marcel Ott nach Zukunftswünschen für Schermcke gefragt wird, fallen ihm unter anderem die Straßen ein. „Nach der Wende haben wir einen Teil der Straßen sanieren können“, berichtet der Ortsbürgermeister. Allerdings hätten die Ausbaubeiträge mit der Zeit zu Unmut geführt. Denn wie Marcel Ott erklärt, gab es damals keine wiederkehrenden, sondern einmalige Straßenausbaubeiträge. Das führte dazu, dass bei einer Sanierung nicht alle Einwohner des Ortes zur Kasse gebeten wurden, sondern nur die direkten Anlieger. Die Folge: Bürger mussten seltener zahlen, aber wenn es soweit war, waren die Beträge umso größer. „Dadurch stagnierte der Straußenausbau irgendwann“, fasst Marcel Ott zusammen.

Straßensanierung stünde dringend an

Teilweise gebe es im Ort heute noch Kopfsteinpflaster. An einigen Stellen passe das gut, wie zum Beispiel rings um die Kirche St. Stephanus. „Aber es gibt auch mehrere Straßen, die dringend einer Sanierung bedürfen. Das würde das Ortsbild sehr aufwerten“, so Ott. Er wisse aber auch, dass in dieser Hinsicht in anderen Ortsteilen ebenfalls Bedarf besteht.

2009 wurde Schermcke nach Oschersleben eingemeindet - und zwar mit einem gut aufgestellten Haushalt, wie der Ortsbürgermeister betont. Man habe damals die Zusage erhalten, dass das Geld für den Aus- und Umbau der Feuerwehr eingesetzt werde. Dieses Versprechen sei auch eingehalten worden. Allgemein sei die Schermcker Wehr gut aufgestellt - sowohl personell als auch im Hinblick auf die Räumlichkeiten und die Ausstattung. „Unser Wehrleiter Heiko Lindecke ist sehr engagiert und hält die Feuerwehr gut zusammen“, lobt Marcel Ott. Aufgrund des vorhandenen Personals und Materials seien die Kameraden auch oft in Oschersleben mit im Einsatz. Zusätzlich gebe es noch eine Kinder- und eine Jugendfeuerwehr. Der Feuerwehrförderverein sei ebenfalls gut aufgestellt.

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Reges Vereinsleben macht Schermcke aus

Generell hält Marcel Ott fest: „Was uns als Ort ausmacht, sind das rege Vereinsleben und die gute Zusammenarbeit untereinander.“ Alle zwei Jahre finde in Schermcke ein Kirchenfest statt, an dem sich alle Vereine beteiligen würden. Die Einnahmen würden für den Erhalt und die weitere Gestaltung des Gotteshauses genutzt. Auch sonst gebe es viele regelmäßige Veranstaltungen.

Neben der Feuerwehr gebe es im Ort noch den Bürgerverein und den SV 1879 Schermcke. Nachdem sich die Fußballabteilung aufgelöst habe, sei der Kern des Sportvereins nun die Frauensportgruppe. Dessen ungeachtet versuche man, den Fußballrasenplatz zu erhalten. „Er wird weiter von Kindern und Jugendlichen genutzt. Und wir sollten froh über jeden sein, der sich sportlich betätigt“, hebt Marcel Ott hervor. Derzeit kümmere sich die Stadt um die Pflege des Rasens. Der Platz befinde sich gegenüber der Festwiese. Beides sei wichtig für die Attraktivität des Ortes. Als weitere Vereine führt der Ortsbürgermeister den Rassegeflügelzuchtverein, den Schützenverein Schermcke von 1872, die Original Schermcker Blasmusikanten und den Gartenverein an.

Viele Betriebe im Ort

Außerdem gibt es eine Reihe von Betrieben im Ort, die für Arbeitsplätze sorgen. Das Spektrum reicht vom Eiscafé Jordan über eine Metallbau-Firma, einen Baumaschinenverleih, eine Bäckerei, einen Internethandel, einen Elektro- und Ingenieursbetrieb sowie eine Pension bis hin zu einem Schul- und Therapiezentrum.

Wie Marcel Ott informiert, habe der Eigentümer des Baumaschinenverleihs die alte Brennerei erworben und mit dem Abriss begonnen. Dadurch verschwinde ein Schandfleck aus dem Ortsbild. Für Unmut sorge dagegen das Schermcker Schloss. Laut Marcel Ott steht es unter Denkmalschutz und befindet sich in privater Hand. Die Türme seien saniert worden. Doch am Haupt- und an den Nebengebäuden gebe es weiter Handlungsbedarf. „Das Schloss beeinträchtigt unser Ortsbild sehr“, hält der Ortschef fest.

Das Dorphus ist ein Schmuckstück

Ein Schmuckstück sei dagegen das Dorphus. Wie Marcel Ott erläutert, sei es in der Nachwendezeit saniert worden. Nach zwei oder drei privaten Eigentümern befinde sich das Dorfgemeinschaftshaus nun in der Hand der Stadt. „Das Gebäude und seine Lage am Bauernteich sorgen für ein sehr schönes Ambiente - zum Beispiel für Hochzeiten oder andere Feiern“, so Marcel Ott. Auch die Auslastung sei, abgesehen von der Corona-Zeit, sehr gut.

Mit Blick auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept erklärt der Ortsbürgermeister, dass es wichtig sei, den Schermcker Ortskern attraktiv zu gestalten. Dafür brauche es auch einen effizienteren Einsatz der Gemeindearbeiter. Ott betont, dass die Arbeitskräfte tun, was sie können. Aber es seien bessere Absprachen notwendig. Wichtig sei es auch, im Ortskern Flächen zu finden, auf denen junge Menschen bauen können. Denn größere Baugebiete gebe es in Schermcke nicht. Grundsätzlich seien aber größere Grundstücke vorhanden, auf denen ein zusätzlicher Bauplatz entstehen könnte. Da diese aber privat seien, brauche es die Bereitschaft der Eigentümer, an solchen Plänen mitzuwirken.

Spielplatz soll erweitert werden

Wie der Ortsbürgermeister weiter ausführt, soll der Spielplatz erweitert werden. Nicht zuletzt sei eine Bushaltestelle an der Ampfurther Straße geplant. In diesem Zusammenhang gebe es Gespräche mit der Stadtverwaltung. Wegen der beengten Platzverhältnisse sei es allerdings nicht unkompliziert.