Hordorf l Das ist schon ein etwas ungewohntes Bild. Wolfgang Breutigam bei einem Schützenfest-Umzug in zivil und im hinteren Feld. 55 Jahre war der Hordorfer nicht nur in Feuerwehruniform mitmarschiert, sondern hatte überdies mit dem Spielmannszug für die Musik gesorgt, 50 Jahre davon sogar als Kapellenchef den Umzug angeführt. Und das nicht nur in Hordorf, sondern auch in anderen Orten.

„Es ist auch für mich ein völlig anderes Gefühl“, sagt der 74-jährige Breutigam, der im November vergangenen Jahres den Taktstock aus der Hand gelegt hat. Der aber dennoch auch jetzt genau hinhört, wie „seine“ Musiker spielen.

Fünf neue Majestäten

Die nun ohne ihn den großen Umzug des Hordorfer Volks- und Schützenfestes kreuz und quer durch den Ort führen, um die fünf neuen Schützenmajestäten von zu Hause abzuholen und zum Festplatz zu bringen. Unterstützt werden die Hordorfer Feuerwehrmusiker dabei von den Spielmannszügen aus Oschersleben und aus dem brandenburgischen Beelitz. Denn die Umzugsgesellschaft ist schon recht groß. Sind hier doch nicht nur die Mitglieder des Hordorfer Schützenvereins unterwegs, sondern haben sich auch zahlreiche Schützen aus Oschersleben, Alikendorf, Günthersdorf, Großalsleben, Krottorf, Schermcke sowie aus dem niedersächsischen Hordorf und etliche einheimische Dorfbewohner eingereiht.

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Allesamt, so auch Landrat Hans Walker, Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer und Hordorfs Ortsbürgermeister Norbert Kunzel, kommen nach gut einer Stunde auf dem Festplatz an. Dort nehmen sie kurz Aufstellung und marschieren dann ins Zelt, wo mit dem Oschersleber Blasorchester weitere Musiker auf die Festgesellschaft warten.

Musikalischer Frühschoppen

So dass es bei diesem Frühschoppen wahrlich nicht an Musik mangelt. Der aber erst so richtig beginnt, nachdem Hordorfs Schützenvereinsvorsitzender Timo Heinisch all die vielen Zeltgäste begrüßt und noch einmal die am Vorabend gekrönten neuen Hordorfer Schützenmajestäten vorgestellt. Also Rowena Ziem (Königin), Rainer Dubois (König), Sandra Wolf (Jugendkönigin), Nele Wollbrad (Kinderkönigin) und Gerd Oehlhoff (Volkskönig).

Was folgt, ist besagter musikalische Frühschoppen und später noch ein Kaffeenachmittag, bei dem aber nicht mehr die Kapellen, sondern bei dem DJ Lutz Gausewitz für die richtigen Töne sorgt.

Damit geht dann am sonntäglichen Nachmittag das Hordorfer Volks- und Schützenfest zu Ende, das Freitag mit einem ersten Umzug sowie einem Tanzabend begonnen und das die drei Tage über Groß und Klein ein abwechslungsreiches Programm geboten hat. „Wir sind mit dem Ablauf des Festes sehr zufrieden und haben uns über die vielen Besucher sehr gefreut“, sagte Vereinschef Timo Heinisch am Ende der drei tollen Tage.