Gröningen l Das Papier, welches am 28. März den Räten zur Abstimmung vorgelegt werden soll, sieht vor, Großalsleben und Kroppenstedt zu einem Schulbezirk zusammenzufassen und Großalsleber Schüler in Kroppenstedt zur Schule gehen zu lassen. Das sei die effektivste Lösung für die Einrichtung in der Freikreuzstadt. „Damit hätte die Schule für drei Jahre Bestand und eine Schulleiterstelle kann ausgeschrieben werden“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Ferner bestehe mit dem „Umlenken der Kinder aus Großalsleben nach Kroppenstedt“ keine Gefährdung der Grundschule in Gröningen. Zudem würde hier das Platzproblem entschärft. Eine Änderung des Schulbusverkehrs sei nach Absprache mit dem Landkreis kein Problem. Elterngespräche sollen folgen.

Einen weiteren Vorteil der Änderung der Schulbezirke sieht die Verwaltung in der Sicherung der Eigenständigkeit einer jeden Schule in der Verbandsgemeinde. Außerdem bekomme jede Einrichtung einen Sockelbetrag an Lehrerstunden. „Dies würde bei einem Grundschulverbund entfallen und damit eine Schlechterstellung bedeuten“, heißt es in der Beschlussvorlage weiter.

Schülerzahlen nicht erreicht

Das sehen die Gröninger anders und haben während ihrer Stadtratssitzung dafür votiert, der Beschlussvorlage während der Verbandsgemeinderatssitzung am 28. März nicht zuzustimmen. „Seitens der Verbandsgemeinde sollen nur die Schulbezirke von Gröningen geändert werden. Dem können wir nicht zustimmen“, erklärte Gröningens Bürgermeister Ernst Brunner (SPD) auf Volksstimme-Nachfrage.

Die Schule in Kroppenstedt habe eigenständig keine Chance, mit unter 60 Schülern zu überleben, auch nicht mit Schülern aus Großalsleben. Bereits für das laufende Schuljahr seien die geforderten Schülerzahlen nicht erreicht worden, auch für die Zukunft sehe es nicht besser aus.

Der Plan sei zunächst gewesen, dass Schüler aus Großalsleben freiwillig in der Schule in Kroppenstedt unterrichtet werden. „Doch die Eltern wollten das nicht und schickten ihre Kinder auf die Montessori-Schule in Großalsleben oder aber nach Gröningen“, berichtet Brunner weiter und drängt auf die Gründung eines Schulverbundes der Gröninger Grundschule mit der Kroppenstedter Freikreuzschule. Damit würden wie vorgeschrieben mindestens 80 Schüler auf die Gröninger Grundschule gehen und mindestens 40 auf die Kroppenstedter. „Der Bestand wäre bis 2031 gesichert“, sagt Brunner.

Tendenz zu Bezirksänderung

Doch Kroppenstedt lehne dies ab, dränge auf eine Änderung der Schulbezirke wie von der Verbandsgemeindeverwaltung avisiert. „Das ist aber zu kurz gedacht und wird nicht reichen, um die Kroppenstedter Einrichtung auch langfristig zu halten“, meint Gröningens Bürgermeister. Außerdem würde in einem Schulverbund keine Schule die Eigenständigkeit verlieren. „Gröningen könnte bei den Kroppenstedtern das Freikreuzfest mitfeiern und die Kroppenstedter feien in Gröningen mit“, wünscht sich Brunner. So würde ein Zusammenwachsen entstehen und keine Spaltung. Allerdings räumte Brunner auch ein, dass es im Verbandsgemeinderat eine Tendenz hin zur Änderung der Schulbezirke gibt. „Das wird aber nicht reichen, um die Schule in Kroppenstedt zu retten“, ist sich Brunner sicher.

Joachim Willamowski (CDU), Bürgermeister der benachbarten Freikreuzstadt, sieht das anders. Er hält an den Plänen zur Änderung der Schulbezirke fest und findet, dass Großalsleber Schüler im Bedarfsfall in Kroppenstedt unterrichtet werden sollten. „Wir bauen auf Freiwilligkeit“, betonte der Rathauschef. Er erinnerte daran, dass der aktuelle Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung in Gröningen später zur Schule umgebaut werden soll und fragt nach der Finanzierung. So müsste für einen Schulverbund zusätzlich Geld für den Gröninger Standort in die Hand genommen werden.

Auch die demografische Entwicklung sehe er anders. So gebe es zwar für dieses sowie für das nächste Schuljahr tatsächlich Probleme, genug Schüler für die Kroppensteder Freikreuzschule vorzuhalten. „In ein paar Jahren sind wir aber wieder voll“, betont Willamowski. „Wir sollten über dieses Thema sachbezogen argumentieren und nicht nach Emotionen“, fordert der Bürgermeister.

Verwaltung hält an Plänen fest

Außerdem erinnerte er daran, dass es Möglichkeiten gebe, wie Großalsleber Schüler ohne große Umwege nach Kroppenstedt kommen. „Wir würden einen Bus finanzieren, der die Schüler morgens abholt und nachmittags wieder nach Großalsleben bringt. Es haben dazu Gespräche mit dem DRK stattgefunden“, hob Willamowski hervor.

Ungeachtet der Gröninger Intervention hält auch die Verbandsgemeindeverwaltung an ihren Plänen fest. „Wir haben uns Gedanken gemacht und viele Gespräche geführt, sowohl mit Betroffenen als auch mit Vertretern des Landesschulamtes“, erklärt die stellvertretende Verbandsgemeindebürgermeisterin Nicole Schliebener auf Volksstimme-Nachfrage. Die nun favorisierte Lösung sei die beste, zumindest für den Moment. Trotz der Ablehnung aus Gröningen bestehe kein Grund, an der Vorlage zu rütteln. Eine Mehrheit der Verbandsgemeinderäte stehe dahinter. Sie biete die optimale Chance, alle Schulstandorte zu erhalten. „Sollten wir in drei oder vier Jahren feststellen, dass ein Schulverbund die bessere Lösung ist, können wir das doch dann immer noch umsetzen“, sagt Schliebener abschließend.