Neindorf l Der Landkreis Börde ist Eigentümer eines etwa 730 Hektar großen Waldstückes im Hohen Holz. „Es besteht die Absicht, die Erholungsfunktion des Waldes, wozu auch Bildungsgelegenheiten gehören, zu stärken. Daher ist die Errichtung eines Waldpädagogischen Zentrums geplant. Dafür wurde das Projekt „Integrative Natur- und Bildungsarbeit „Hohes Holz“ aus der Taufe gehoben“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises.

Um das Projekt vor allem finanziell untersetzen zu können, sollen Fördermittel aus dem europäischen Programm „Leader“ beantragt werden. Auf die aktuelle Prioritätenliste der Leaderaktionsgruppe (LAG) „Börde“ für 2019 haben es zwei Teilprojekte geschafft: Da ist zum einen der „Waldbildungskümmerer“ und zum zweiten die Beschaffung von Inventar, um im Hohen Holz Waldbildung anbieten zu können.

Hohes Holz in den Fokus rücken

Noch zu Zeiten des Landrates a.D., Hans Walker, war es das mehrfach betonte Ziel, mehr Kinder und Jugendliche in den Wald zu bringen, das Naherholungsgebiet „Hohes Holz“ wieder mehr in den Fokus der Menschen zu rücken. „Das Hohe Holz soll touristisch mehr erschlossen und damit das Alleinstellungsmerkmal des Landkreises als Waldbesitzer weiter entwickelt werden. Dabei stecken allerdings Ideen wie ein Kletterwald, Baumwipfelpfad oder eine Aussichtsplattform noch in den Kinderschuhen“, erklärt der Wirtschaftsförderer des Landkreises, Danny Schonscheck. Er könne sich vorstellen, derartige Ideen im Zusammenspiel mit privaten Investoren umzusetzen.

Zurück zu den Waldbildungsprojekten. Hier bringt Danny Schonscheck auch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald ins Spiel. Weitere Partner sollen für das Waldbildungsprojekt aquiriert werden. Sie könnten die Partner des Schulwaldes werden.

„Wir haben ja bereits im Hohen Holz den Pflanzgarten. Neben diesem könnten Beete entstehen, könnten Schulklassen Bäume pflanzen“, so Danny Schonscheck. Auch das Thema Köhlerei bringt er ins Spiel.

Waldpädagogen sind mit an Bord

Das Waldbildungsprojekt, der „Waldbildungskümmerer“ solle eine Art Schnittstelle für Schulklassen, aber auch Kindergärten werden. So sollen Busfahrten ins Hohe Holz organisiert werden. Auch mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, was Umweltschutz, Umwelt überhaupt für unser Leben bedeutet. An dieser Stelle kommen Waldpädagogen und die Zusammenarbeit mit dem Landeszentrum Forst ins Spiel.

Einst war der Landkreis auch Besitzer der Gaststätte „Hubertushöhe“. Diese ist inzwischen verkauft. Doch der Landkreis solle für sein Waldbildungsprojekt die Nebengebäude nutzen können.

Zeitlicher Rahmen ist noch unklar

„Bekanntlich muss der Landkreis sparen, um so wichtiger ist, um das Projekt umzusetzen zu können, Fördermittel einzuwerben. Die Teilprojekte „Waldbildungskümmerer“ und „Inventar für Waldbildung“ sind für die Prioritätenliste zunächst nur grob umrissen, damit sie am Ende des vergangenen Jahres, als die Liste erstellt wurde, noch Beachtung fanden. Neben der finanziellen Absicherung ist aktuell die personelle Umsetzung noch zu beachten“, erklärt Danny Schonscheck. Einen zeitlichen Rahmen für die Verwirklichung könne er daher noch nicht nennen.

„Natürlich gibt es weiterhin den Naturlehrpfad, der mit neuen Hinweistafeln versehen werden kann. Der vorhandene Naturlehrpfad wird Bestandteil des Waldbildungsprojektes“, betont Danny Schonscheck.

Im vergangenen Jahr gab es bereits ein gutes Beispiel dafür, Kinder für den Naturschutz und den Wald zu sensibilisieren. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hatte anlässlich des Tages des Baumes im April 2018 in Kooperation mit dem Betreuungsforstamt Flechtingen zu einer Pflanzaktion mit dem Ziel eingeladen, 75 Edelkastanien in die Erde zu bringen und damit eine neue Allee anzulegen. Mit dabei waren die Waldfuchskinder aus der Oschersleber DRK-Kita „4 Jahreszeiten“ und die Kita-Burggeister aus Ampfurth.