Oschersleben l Bekommt das Becken der neuen Schwimmhalle teilweise einen Hubboden? Oder gibt es doch ein Planschbecken für die ganz kleinen Badegäste? Eine Sauna oder doch nicht? Mit vielen Fragen beschäftigte sich der eigens für den Neubau einer Schwimmhalle gebildete zeitweilige Ausschuss. Nach einer entsprechenden Beschlussfassung Ende Juni kam das Gremium vor Kurzem erstmals zusammen.

Spezialausschuss tagt erstmals

„Bodebad“ so lautet der Arbeitstitel der neuen Schwimmhalle, die bekanntlich auf einem Areal, das sich an den alten Bahnhof anschließt, errichtet werden soll. Der Alte Zollbereich, wie das Gelände auch genannt wird, hätte als Standort viele Vorteile. Der wichtigste: Die alte Schwimmhalle liegt eher am Stadtrand, die geplante neue mittendrin, im Zentrum.

„Das hat vor allem für den Schulsport mit kürzeren Wegen deutliche Vorteile“, machte der Bürgermeister als Vorsitzender des Ausschusses deutlich. Und auch für Menschen, die zum Schwimmen in die Stadt kommen, habe der Standort Vorteile, Bus und Bahn liegen sozusagen vor der Haustür. Definitiv kein Spaßbad solle das „Bodebad“ werden. Das Angebot spricht Schulen, von der Grund-bis zur Volkshochschule, Vereine wie die Wasserwacht oder Behindertensportverein, DRK oder die Polizei an. „Unsere neue Schwimmhalle hätte eine überregionale Bedeutung auch für die Nutzer“, ist der Bürgermeister überzeugt.

Die aktuellen Entwürfe, die den Ausschussmitgliedern vorlagen, gehen von einer Ein-Becken-Variante aus. Dieses Becken hätte acht Bahnen. Drei davon könnten abgetrennt und durch einen Hubboden könnte der Wasserstand variiert werden. Hier steht die Frage, wie dieser Hubboden die Betriebskosten verändert, erhöht?

Standort im Zentrum

Wäre ein zweites Becken als Therapiebecken oder Nichtschwimmerbecken eine preiswertere Alternative? Jörg Siegert, berufener Bürger in diesem Ausschuss und als Trainer der Wasserwacht sozusagen vom „Fach“, meinte, dass ein breiteres Becken flexibler zu handhaben wäre. „Wir haben es uns in Holland angeschaut“, so sein Kommentar. Auch für das Personal wäre eine Ein-Becken-Variante einfacher zu händeln.

Eine Sauna sollte in den Diskussionen ebenso eine Rolle spielen. Darauf künftig ganz verzichten? „Eine Ein- oder Zweibeckenlösung, eine extra Sauna, ein zusätzliches Planschbecken, all das sind Vorschläge, die wir jetzt mit Zahlen hinterlegen, sozusagen verpreisen. Was wird gewünscht, was soll verändert werden – all diese Dinge werden in den nächsten Runden eine Rolle spielen“, so Bewos-Chef Thomas Harborth. „Wir brauchen schlussendlich eine genaue Aufgabenstellung für die Planer.“

Investition von sieben Millionen Euro

Die Stadtratsfraktionen sollen ebenso ihre Wünsche äußern können. Benjamin Kanngießer war zu Beginn der Beratung nochmals auf den Vergleich Sanierung alte Schwimmhalle/Neubau eingegangen. Beim aktuellen Preisniveau in der Baubranche müsse bei einer Sanierung von inzwischen fünf Millionen Euro ausgegangen werden. Die Nutzungsdauer der sanierten Halle würde bei 30 Jahren liegen. Für einen Neubau seien 50 Jahre angegeben. Die Kosten werden aktuell mit sieben Millionen Euro angegeben.

„Bei einer Sanierung hätten wir die Schwimmhalle mindestens für ein Jahr und länger schließen müssen. Das ist das Aus für unseren Schulsport, der im Übrigen eine Pflichtaufgabe der Kommune ist. Wir bekommen die Kinder nirgendwo anders unter. Die Kapazitäten in der Umgebung sind zu knapp“, machte Benjamin Kanngießer deutlich.

Der Neubau der neuen Schwimmhalle solle schon aus finanziellen Gründen wohl durchdacht sein. Aktuell sei die Rede von einer Investitionssumme in Höhe von sieben Millionen Euro. Die Summe solle trotz der prognostizierten Preisteigerungen möglichst stabil gehalten werden.

Bewos als Bauherr

Vorgestellt wurde in der Runde des zeitweiligen Ausschusses auch das Betreiberkonzept. Bauherr des „Bodebades“ ist die Bewos. Die Stadt Oschersleben selbst würde die Schwimmhalle auf der Grundlage eines Betreiberkonzeptes den Hallenbetrieb organisieren und die Halle vom kommunalen Tochterunternehmen Bewos anmieten.

Wie der Betreibervertrag aussehen könnte und müsste, darüber gäbe es erste Gespräche mit der Kommunalaufsicht. Andererseits sind sich die Ausschussmitglieder einig: Gerade die Fragen der Finanzierung und der Kosten sollten transparent diskutiert werden.

Schon im August wolle der Ausschuss erneut zusammenkommen.