Oschersleben l Entsprechend der Sitzverteilung der Fraktionen im Stadtrat wird die SPD mit Heiko Schinke und Ulrich Spey zwei ihrer Mitglieder in das Gremium entsenden. Von der CDU wird Torsten Schubert im Ausschuss mitarbeiten und von den Linken Ulrich Hoppe. Die FUWG hat René Herbert entsendet. Den Vorsitz wird Bürgermeister Benjamin Kanngießer (parteilos) übernehmen.

Ferner hatten die Fraktionen jeweils einen sachkundigen Einwohner mit beratender Stimme in den Ausschuss „Neubau Schwimmhalle“ zu berufen. Die SPD hat den Schulschwimmkoordinator Gerd Vogel vorgeschlagen und die Linksfraktion Jörg Siegert von der DRK-Wasserwacht. Die FUWG wollte Ex-Bürgermeister Dieter Klenke als Verwaltungsfachmann in dem Gremium sehen und die CDU den Bauexperten Georg Hoppe. Am Ende der Diskussionen stimmten alle Räte für die Vorschläge der jeweiligen Fraktionen. Somit wird der zeitweilige und beratende Ausschuss bereits am Dienstag, 10. Juli, seine Arbeit aufnehmen.

Beratende, aber wichtige Stimme

Die Idee von dem Gremium stammt vom Bürgermeister selbst. Die Kommunalverfassung des Landes siehe vor, dass der Stadtrat zur Erfüllung seiner Aufgaben ständige und zeitweilige Ausschüsse bilden kann. Bereits während der Hauptausschusssitzung Mitte Juni hatte Kanngießer für das Gremium geworben. „Hier sollen Detailfragen geklärt werden, die mit dem Bau sowie dem späteren Betrieb der Schwimmhalle einhergehen, so beispielsweise die nach den Öffnungszeiten, des Personalbetriebes sowie der Ausstattung“, hatte der Rathauschef erklärt. Obwohl das Gremium nur eine beratende Funktion bekommen soll, misst Kanngießer dem Ausschuss „eine wichtige Stimme bei. Was da gesagt wird, sollte auch Umsetzung finden. Ich hege die Vorstellung, dass Vorschläge den Weg in den Stadtrat finden.“

„Es ist gut, dass es jetzt weitergeht“, sagte der Pressesprecher der Stadt Oschersleben, Mathias Schulte, auf Nachfrage. Er sieht den neuen Ausschuss als richtiges Instrument, „wir wollen, dass es vorwärts geht.“ Nun sei nur noch zu hoffen, dass die haushaltärische Situation „uns in die Lage versetzt, möglichst schnell mit dem Vorhaben zu beginnen“, sagte Schulte weiter.

Auch Thomas Harborth kann dem neu gebildete Ausschuss eigenen Worten zufolge „viel abgewinnen, besonders weil das Gremium mit konstruktiven Leute besetzt ist.“ Der Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsgesellschaft Bewos sagte weiter, dass „jetzt damit begonnen werden kann, sowohl den rechtlichen als auch den kaufmännischen Rahmen zu gestalten.“ Ab kommenden Herbst könnten die Planungen vorbereitet und Ende 2019 mit dem Bau begonnen werden.

Millionen-Investition

Erst Anfang Mai hatte der Stadtrat einer „Gesamt-Machbarkeitsstudie“ zugestimmt, nach der das alte Bahnareal zwischen der Alten Post und der Fabrikstraße für rund zehn Millionen Euro völlig neugestaltet werden soll. Laut den Plänen wird die Bewos, die das Gelände samt des historischen Bahnhofs schon vor Jahren gekauft hatte, für etwa sieben Millionen Euro die Schwimmhalle bauen, während die Stadt ein Kinder- und Jugendzentrum für rund 1,2 Millionen Euro sowie den Außenbereich für 1,75 Millionen Euro finanzieren würde. Die Chancen, für beide Projekte Fördermittel in Höhe von zwei Dritteln der Investitionssummen zu bekommen, liegen laut Bürgermeister Benjamin Kanngießer sehr hoch.

Derzeit ist die kommunale Wohnungsgesellschaft Bewos dabei, das historische Bahnhofsgebäude für etwa viel Millionen Euro auf Vordermann zu bringen. Dem soll sich dann die Schwimmhalle nahtlos anschließen und die bisherige Halle im Peseckendorfer Weg ersetzen. Weiter in Richtung Fabrikstraße sollen die Außenanlagen nebst Fußgänger- und Radweg gestaltet werden, der dann zum Kinder- und Jugendzentrum führt.