Oschersleben l Seit März 2016 gibt es in Oschersleben auf dem Gelände des VHS-Bildungswerks ein Sozialkaufhaus: die „Möbelhalle B“. Bedürftige Menschen können hier preiswert Möbel bekommen.

Laut Joachim Albrecht, Leiter des Sozialkaufhauses, habe der Verkauf von Beginn an gut funktioniert. Von Sofas und Elektrogeräten bis hin zu Schränken und Lampen wird alles angeboten. Die Möbel stammen aus Spenden und Haushaltsauflösungen. Dafür fahren die Mitarbeiter bis nach Magdeburg, um Möbel abzuholen. „Es wird vorher ein Besichtigungstermin vereinbart, um zu gucken, ob die Möbel noch gut sind“, sagt Joachim Albrecht. Kaputte Möbel könne das Kaufhaus nicht annehmen, da sie weiter verkauft werden sollen. Sind sie in einem guten Zustand, werden sie von den Mitarbeitern abgeholt. Dafür steht ein eigener Transporter zur Verfügung. In der Lagerhalle des Kaufhauses werden die gespendeten Möbel erst einmal gereinigt, bevor sie dann in den Verkaufsraum kommen. Damit dies reibungslos funktioniert, arbeiten 15 Teilnehmer im Sozialkaufhaus. Diese werden über das Jobcenter vermittelt. Mit dieser Arbeit werde versucht, die Teilnehmer mit praktischen Tätigkeiten wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. Joachim Albrecht ist mit der Arbeit der Mitarbeiter sehr zufrieden. „Es sind sehr fleißige Teilnehmer. Sie machen das auch gerne“, sagt er.

Umgang mit Menschen

Einer von ihnen ist Andre Jakob. Er arbeitet seit Februar 2019 in der Möbelhalle und ist momentan für den Verkauf zuständig. Außerdem begutachtet er mithilfe eines PC-Programms´, wie viel die Möbel noch wert sind. Am meisten Spaß mache ihm der Umgang mit den Menschen. „Ich werde auch im Supermarkt angesprochen und gegrüßt und gefragt, was es gibt“, sagt Andre Jakob. Auch Marko Schmidt und Martin Huke gefällt die Arbeit im Sozialkaufhaus. Leuten zu helfen, die bedürftig sind, ist für Marko Schmidt etwas, das ihm Freude bereite. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut angenommen wird“, sagt Schmidt. Daran sehe man, wieviele Hilfsbedürftige es gibt.

Zu den Kunden des Sozialkaufhauses zählen Menschen die Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe empfangen. Aber auch Asylbewerber, Schüler und Studenten gehören zum Klientel. Eine Kundenkarte und damit die Berechtigung, Möbel zu kaufen, bekommen sie, wenn sie einen Nachweis bringen, dass sie Zuwendungen erhalten. Sehr beliebt bei den Kunden sind Kühlschränke oder auch Herde. Diese seien laut Joachim Albrecht schnell vergriffen. Bevor diese jedoch verkauft werden, prüfen die Mitarbeiter, ob sie noch funktionieren. Ist dies der Fall, erhalten die Geräte eine Prüfplakette.

Die gekauften Möbel und Elektrogeräte können dann auch geliefert werden. Eine Lieferung innerhalb Oscherslebens kostet fünf Euro. Wegen der Corona-Pandemie ist dies jedoch nur eingeschränkt möglich. Brachten die Mitarbeiter die Möbel sonst bis in die Wohnung und halfen bei der Montage, so dürfen sie derzeit nur bis zum Bordstein liefern. Auch bei der Abholung und Begutachtung der Möbel werde darauf geachtet, dass kein Kontakt zu den Kunden besteht.

Auf Spenden angewiesen

Das soziale Möbelkaufhaus ist von den Spenden angewiesen. „Wir freuen uns über jede Spende“, sagt Kerstin Bergner, Leiterin des VHS -Bildungswerks.