Gröningen l Der erste Vorsitzende des Angelvereins Oschersleben und Umgebung, Uwe Lehmann, sowie Hauptkassierer Gerald Pomme sind nach Gröningen gekommen. Sie nehmen den Scheck über die stattliche Summe von 2250 Euro freudestrahlend entgegen. „Das Geld wird bei der Umsetzung unseres Äschen-Projektes Verwendung finden“, sagt Pomme. „Dieses läuft seit zwei Jahren und erfolgt im Rahmen der Wiederansiedlung von verschollenen und ausgestorbenen Fischarten.“

Unterstützt und finanziert wird die Aktion über die Allianz-Umweltstiftung „Blauer Adler“ und den Allianz-Vertreter Rico Trapp in Gröningen. Der „Blaue Adler“ ist Bestandteil der 1990 gegründeten Umweltstiftung, die einen eigenständigen Beitrag zum Schutz der natürlichen Umwelt und der Förderung der Harmonie zwischen Mensch und Natur leisten will. „Über diese Initiative können Allianz-Vertreter vor Ort kleine regionale Projekte für die Menschen in der Nachbarschaft realisieren“, erklärt Rico Trapp. Er hat von diesem Projekt der Angler erfahren und auch in den Medien viel über die ehrenamtliche Arbeit der 412 Mitglieder des Vereins gelesen. Dieser verfügt über zehn Ortsgruppen in der Region und bewirtschaftet 30 Gewässer. In den Reihen der Angler finden sich zudem 54 Jugendliche. „Das sind beeindruckende Zahlen“, schätzt Trapp ein.

Die Angler engagieren sich im Rahmen der Vereinsarbeit nicht etwa nur für den Spaß und den eigenen Kochtopf. Unter Zuhilfenahme von Fördermitteln aus der Fischereiabgabe Sachsen-Anhalts, wie aus Mitgliedsbeiträgen laufen Wiederansiedlungen und Bestandsstützungen von ehemals heimischen Fischarten. „Dabei werden Aland, Zährte, Aal und Nase in die Gewässer gesetzt“, beschreibt Uwe Lehmann. „Letztere stellt eine besonders geschützte Art dar.“ Die Mitglieder des Vereins leisten auf diese Weise einen Beitrag für die Verbesserung von Natur und Umwelt. „Schließlich sollen unsere Kinder auch noch etwas davon haben“, fügt er hinzu.

Ein herausragendes Beispiel stellt die derzeit laufende und recht kostenintensive Wiederansiedlung der Äsche (Thymallus Thymallus) in der Bode bei Oschersleben dar. War sie vor einigen Jahren noch in großen Stückzahlen hier vertreten – das hat ein Gutachten belegt – aktuell kein nennenswerter Bestand mehr vorhanden. „Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, den benötigten Eigenanteil für eine geförderte Wiederansiedlungsmaßnahme in Höhe von 2400 Euro aufzubringen, um das frühere, zahlreiche Vorkommen wieder herzustellen“, sagt Gerald Pomme. Parallel dazu arbeiten die Angler eng mit dem Institut für Binnenfischerei in Potsdam zusammen, um durch wissenschaftliche Begleitung des Projektes, den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Erfreulich sei die Entwicklung bei den Bachforellen. Diese farbenfrohen Fische präsentieren sich sehr gesund und sind in der Lage, aus eigener Kraft die Population zu halten.

„Gerade die Bode präsentiert sich im Bereich des stillgelegten Wehrs bei Oschersleben als ein intaktes Gewässer mit einer Vielzahl von Lebewesen“, berichtet Uwe Lehmann. „Hier ist der einst abgelagerte Schlamm fortgewaschen und es zeigt sich ein kiesiges Bett.“ Diese optimalen Verhältnisse sind schon seit Jahren eine echte Fundgrube für die Spezialisten von der Hochschule Magdeburg/Stendal (Volksstimme berichtete). Neueste Untersuchungen der Wissenschaftler attestieren der Bode eine hohe Wasserqualität.

Lehmann und Pomme sind zudem Mitglied in der Initiative Bodelachs. Diese befasst sich mit der möglichen Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle in dem Fluss. „Um dieses große Projekt in die Tat umsetzen zu können, arbeiten wir auch mit den zuständigen Behörden zusammen“, sagt der erste Vorsitzende. „Dabei geht es um die Umsetzung der von der EU verfügten Wasserrahmenrichtlinie zur Durchgängigkeit der Bode.“