Oschersleben l Die Übersicht für das Programmjahr 2020 hat es in sich. Es geht um insgesamt 15 Projekte und knapp 6,6 Millionen Euro. Auf seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat die Liste um sechs Vorhaben ergänzt. Dabei ist wichtig: Die Projekte sollen 2020 nicht unbedingt begonnen werden. Stattdessen fällt Ende 2020 die Entscheidung, ob Fördermittel gewährt werden.

In vielen Fällen handelt es sich um private Sicherungsmaßnahmen. Ein Beispiel ist die Magdeburger Straße 30. Wie den Ratsunterlagen zu entnehmen ist, wurde das Mehrfamilienhaus 1889/90 erbaut und umfasst sechs Wohnungen. Aber: „Die Standsicherheit des Gebäudes ist gefährdet, es besteht dringender Handlungsbedarf“, heißt es in einer Zusammenfassung der Stadtverwaltung.

In einem ersten Bauabschnitt seien 2019 bereits zahlreiche Arbeiten erledigt worden. Unter anderem wurden Wände gesichert, Instandsetzungsmaßnahmen an der Kellerdecke vorgenommen und andere Decken gegen einen Absturz gesichert. Nun steht ein zweiter Bauabschnitt bevor. Dafür sind förderfähige Kosten in Höhe von rund 600.000 Euro veranschlagt.

Wichtig für Fördermittel

Die Aufnahme des Projektes in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept ist notwendig, um Fördermittel zu bekommen. Konkret geht es um Geld aus dem Programm „Stadtumbau Ost“. Wenn ein Vorhaben mit dessen Zielen übereinstimmt, ist eine finanzielle Unterstützung durch das Land Sachsen-Anhalt und den Bund möglich. Im Fall der Magdeburger Straße geht es um Fördermittel in einer Höhe von 510.000 Euro. Das entspricht einer Förderquote von 85 Prozent.

Ähnliche Fälle gibt es in der Huystraße, der Halberstädter Straße oder der Friedensstraße. Überall geht es darum, bedeutende, stadtbildprägende Bausubstanz zu erhalten, um sie perspektivisch einer neuen Nutzung zuzuführen. Ein prominentes Beispiel ist das Pfarrhaus der evangelischen St.-Nicolai-Gemeinde. Dessen Sicherung soll 2020 im Rahmen des ISEK mit 53.805 Euro unterstützt werden.

Andere Vorhaben im Plan

Im Stadtentwicklungskonzept finden sich jedoch auch andere Vorhaben. So will die Stadt die Gehwege in der Schöninger Straße und im Seehäuser Weg erneuern und hat dafür ebenfalls finanzielle Unterstützung durch das Programm „Stadtumbau Ost“ beantragt.

Etwa 279.000 Euro

Die Grünfläche Hackelberg soll neu gestaltet werden. Die förderfähigen Kosten werden auf etwa 279.000 Euro geschätzt.

Zu den Details heißt es: „Im Rahmen der Stadtsanierung war ursprünglich vorgesehen, diesen ehemals dicht bebauten Bereich perspektivisch auch wieder zu bebauen. Zwischenzeitlich hat sich aufgrund der Beliebtheit der Grünfläche bei Anwohnern wie bei Besuchern und Kunden hier das städtebauliche Ziel aber in Richtung Verstetigung der Freifläche gewandelt“, heißt es in den städtischen Unterlagen.

„Das bisherige Angebot für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen wird hier als unzureichend charakterisiert.“ Das soll sich ändern. Auch für Veranstaltungen wie den Tag der Regionen soll der Platz umgestaltet und barrierefrei werden. „Die Maßnahme dient als richtungsweisender Impuls der Innenstadtentwicklung“, so das dazugehörige Projektblatt.

Der Stadtrat hat die Aufnahme der neuen sechs Projekte in das ISEK einstimmig beschlossen. Dazu gehört als Beispiel der zweite Bauabschnitt an der Magdeburger Straße 30.