Oschersleben l Die Empfangsmusik hört sich doch schon mal recht gut an. Wie sich gleich herausstellen soll, ist es die Orchesterklasse des Gymnasiums, die da im voll besetzten Parterre-Saal spielt. Was aber auch diejenigen Besucher problemlos hören, die keinen Sitzplatz abbekommen haben und auf dem Flur stehen. Denn die Saal-Tür steht offen.

Es ist ja auch der Tag der offenen Tür der Oschersleber Kreismusikschule „Kurt Masur“, zu dem all die kleinen und großen Besucher gekommen sind. Wobei es Tag der offenen Türen noch besser treffen würde. Denn im gesamten Haus gibt es nicht eine geschlossene Pforte. Auch nicht in Etage zwei, wo sich die vielen Proberäume befinden.

Aktion gibt es alle zwei Jahre

So dass den Besuchern schon auf dem Weg die Treppe hinauf in buntes Gemisch von Trommel-, Gitarren-, Trompeten-, Klavier- oder auch Flöten-Tönen entgegenfliegt. Wer genau hinhört, der entdeckt den einen oder anderen gängigen Akkord, die eine oder andere bekannte Melodie oder auch den einen oder anderen vertrauten Rhythmus. Mitunter sind es aber auch recht schräge Töne, die da produziert werden.

Bilder

Was beides seine Berechtigung hat. Denn da sind zum einen die Musikschullehrer und auch einige gestandene Musikschüler, die den Gästen in den besagten Proberäumen die Handhabe der Instrumente erklären und auch etwas vorspielen. Und da sind zum anderen kleine und große Besucher, die all die vielen Instrumente einfach mal ausprobieren.

„Dieser Tag der offenen Tür ist auch so etwas wie ein Schnupperkursus“, sagt Musikschullehrer Bernd Hohmann. Der zwar nicht ganz glücklich darüber ist, dass sich aufgrund des schlechten Wetters alles innerhalb des Gebäudes abspielen muss, der sich aber um so mehr über den dennoch großen Besucheransturm freut. „Wir veranstalten den Tag der offenen Tür alle zwei Jahre und sind abermals mit dem Interesse mehr als zufrieden“, so Bernd Hohmann, der zudem von derzeit 749 „Kurt Masur“-Schülern spricht, die von 25 angestellten beziehungsweise honorierten Musikschullehrern unterrichtet werden. Und das nicht nur im Oschersleber Musikschulgebäude, sondern überdies in etwa 20 Außenstellen des südlichen Landkreises Börde, also im früheren Bördekreis.

Teilweise gibt es Wartelisten

Wo zu jedem Schuljahresende etwa zehn Prozent der Musikschüler ihre Ausbildung beenden. Vor allem, weil sie den Raum Oschersleben verlassen, um woanders zu studieren oder eine Ausbildung zu beginnen. Und mit solch einem Tag der offenen Tür möchte die Schule nicht zuletzt dafür sorgen, dass diese zehn Prozent ersetzt werden. „Was aber eigentlich kein Problem ist, denn wir haben bei den meisten Instrumenten eine Warteliste“, so Bernd Hohmann.

Die sicherlich nun noch länger wird. Denn während dieses Tages der offenen Tür entsteht nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei einigen Erwachsenen der Wunsch, ein Instrument zu beherrschen. Um dann entweder für sich allein zu musizieren oder aber auch gemeinsam mit anderen in einer Musik-Gruppe zu spielen.

Beispielsweise im Akkordeonorchester, in der Musikschul-Band oder im Vocal-Ensemble. Allesamt Gruppen, die im Laufe des Tages der offenen Tür die Besucher mit ihren Auftritten im Musikschul-Saal begeistern.