Oschersleben l Nein, Mischa Müller hat den kopflosen Teddy, die ausgebeulte Gasmaske, den uralten Schlitten und all das andere ausgediente Zeug nicht etwa auf den Dachgepäckträger drapiert, um es zum Sperrmüll zu fahren. Mitnichten. Auch all der andere Schrott im und am Auto ist aus Sicht des Besitzers absolut nicht Fehl am Platze. Soll das Gerümpel doch vielmehr seinem VW Golf einen „Rat-Look“ verleihen. Was eine aus den USA importierte Auto-Tuning-Methode ist. Um so heruntergekommener das Fahrzeug erscheint, um so besser.

Als nun Mischa Müller vor wenigen Tagen erfahren hat, dass sich in der Oschersleber Motorsportarena in diesem Jahr die Wintertreffen-Tore erstmals nicht mehr nur für Opelfahrer, sondern für alle Auto-Freunde öffnen, ist er am Freitag schnurstracks mit seiner „Ratte“ aus Sachsen in die Börde gekommen und bis zum Sonntag geblieben. Um an diesen drei Tagen in Oschersleben vor allem seinesgleichen zu treffen. Also Autoliebhaber. Gegebenenfalls weitere „Rat-Look“-Fahrer, aber auch Autofreunde einer ganz anderen Art.

Weiteste Anreise aus Dänemark

Mischa Müller ist sowohl als auch fündig geworden. Denn mehr als 600 recht unterschiedliche Auto-Enthusiasten sind zu diesem Oschersleber Wintertreffen in die Arena gekommen. Und das aus nah und fern. Aus Berlin beispielsweise, aus Oberhausen oder Stralsund. Auch das Ausland war vertreten. So hatte ein Opelliebhaber aus Dänemark die weiteste Anreise.

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Aber auch Thomas Wilhelm und Melanie Roppenthal mussten erst einmal 230 Kilometer zurücklegen, um aus dem hessischen Homberg in die Börde zu kommen. Dafür hatte Thomas Wilhelm seinem Opel auch einen „Rat-Look“ verpasst, mit dem er dann in Oschersleben unter anderem am „Snow and Shine Contest“ teilgenommen hat, bei dem die kuriosesten, sprich stark verunstaltete Autos prämiert worden sind.

Opel auf 381 PS aufgemotzt

Mit solch verunstalteten Autos hat Dennis Pliefke gar nichts am Hut hat. Dem Braunschweiger kann ein Auto hingegen nicht schön, schnell und kraftvoll genug sein. Und so hat der 27-Jährige in den zurückliegenden Monaten in unzähligen Stunden seinen Opel Insignia C so getunt, dass sich viele Wintertreffen-Besucher für sein Schmuckstück interessiert haben. Immer wieder musste der Braunschweiger die Motorhaube öffnen und die inzwischen 381-PS-Maschine präsentieren. Und immer wieder wollten Autoliebhaber wissen, wie er denn die Karosse so tiefschwarz furniert und wie er die Türen völlig neu ausgepolstert hat.

Gleich nebenan hatten es sich derweil vier Opelfreunde aus Harbke bequem gemacht. Mandy Huth, Martin Michalke, Marcel Porleo-Nowag und Tino Hinz waren nicht nur mit zwei Opel, sondern auch mit eigener Musikanlage und einem großen Verpflegungsanhänger angereist. So dass sie bestens ausgestattet, um bis zum gestrigen Sonntag auf dem Motorsportarena-Gelände ihren Spaß zu haben.