Seehausen l Das letzte erhaltene Stadttor von Seehausen ist wieder fast vollständig. Gestern Vormittag hievte der Autokran einer Magdeburger Firma die frisch sanierte Haube in gut 20 Meter Höhe, wo sie als Zierde des spätgotischen Backsteinturmes aus dem 15. Jahrhundert weit zu sehen ist.

Auch für Bürgermeister Detlef Neumann war das ein wichtiger Meilenstein eines langen Weges von den ursprünglichen Plänen einer Kleinreparatur des Daches bis zum wohl letzten kommunalen Großprojekt im Rahmen der Städtebauförderung, für das die Stadträte zum Ende des Zuschussprogrammes sogar noch die Prioritätenliste zu Gunsten des Denkmals veränderten.

Rund 1,6 Tonnen hatte der Kran gestern am Haken. Wenn die letzten Schiefertafeln dort angebracht sind, wo die Gurte eingehakt waren, und die frische aufgearbeitete Kugel, die Wetterfahne und der Himmelsrichtungsanzeiger auf der Turmspitze thronen, dürften es etwa 1,8 Tonnen sein, erklärte der Chef der Lohner Dachdecker-Gesellschaft, Frank Leo, gestern auf Nachfrage. Seine Firma und Holzbau Schmidt aus Schönebeck sind für die Restauration der Konstruktion, die von sechs senkrechten Eichenbalken getragen wird, verantwortlich. Leo ließ auch wissen, dass die neuen Balken nicht mehr wie ihre Vorgänger mit Zinkblech eingehaust werden und dass das Gerüst ab Mitte kommender Wochen zurück gebaut werden soll. Nämlich dann, wenn das eigentliche Turmdach nach altem Vorbild und in Absprache mit der unteren und oberen Denkmalschutzbehörde Biberschwänze zum Schutz vor Regenwasser bekommen hat. Das Mauerwerk ist bereits ausgebessert, gereinigt und frisch verfugt. Der Vollzug der Maßnahme soll noch in diesem Jahr vermeldet werden.

Das rund 25 Meter hohe Beustertor ist übrigens nicht nur weit zu sehen, von dort aus ist auch ein weiter Blick über die Wische und große Teile der Hansestadt gesichert. Da reicht sogar die 4. Etage im Rahmen angemeldeter Begehungen. Die Haube bleibt dem Publikumsverkehr verschlossen.

Unter die Freude über das sanierte Wahrzeichen der Stadt mischte sich bei Detlef Neumann auch etwas Wehmut. Denn Geld, um das Torwächterhaus zwischen Beustertor und Salzkirche zu sanierten, ist derzeit nicht vorhanden.