Seehausen l Dass das Verhältnis zwischen dem scheidenden Verbandsgemeindebürgermeister von Seehausen, Robert Reck, dem Verbandsgemeinderat und der Verwaltung nicht frei von Dissonanzen war, wurde unter anderem in diesem Sommer bei der Suche nach einem Stellvertreter für den Hauptverwaltungsbeamten im Seehäuser Rathaus klar. Dass der Beusteraner auf die Ausschreibung eines Beigeordnetenpostens der Stadt Dessau-Roßlau in diesen Zeitraum reagierte, ist sicher kein Zufall. Trotzdem wissen die Seehäuser und das Umland offenbar genau, was sie mit ihrem promovierten Wirtschaftswissenschaftler verlieren.

Entsprechend freundlich sind die Töne unter anderem beim Abschied im Verbandsgemeinderat durch den Vorsitzenden Rüdiger Kloth und dessen Stellvertreter Reinhard Röhl am Dienstagabend oder am Donnerstag beim Seehäuser Bürgermeister Detlef Neumann. Alle bescheinigen dem jungen Mann für die vergangenen drei Jahre mehr als nur eine gute Zusammenarbeit und prophezeien, dass in Dessau-Roßlau sicher nicht das Ende der Karriereleiter erreicht ist.

Wie geachet Robert Reck ist, belegt auch ein gemeinsamer Brief von Walter Fiedler und Bernd Kloss, die mit CDU und Linken unterschiedlichen politischen Lagern angehören und kommunalpolitisch nicht einmal in denselben Räten sitzen.

Beiden ist es ein Bedürfnis, auf diese Weise (sicher auch stellvertretende für andere) Danke zu sagen. Unter anderem heißt es, „dass Robert Reck der Verbandsgemeinde ein junges Gesicht gegeben und unkonventionell entschieden hat, offen für neue Ideen war und Projekte unterstützte, die die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raumes abseits ausgetrampelter Pfade sichern helfen. Beste Kenntnisse im Kommunal- und Verwaltungsrecht und in der Erschließung von Fördermöglichkeiten haben auch Kritiker überzeugt.“

Bildung und Kultur seien die Arbeitsfelder gewesen, in denen Robert Reck besondere Spuren hinterlassen hat. Zur Sicherung der Gemeinschaftsschule und der Kindertagesstätten habe er Entscheidendes beigetragen. Robert Reck habe sich als einer der Ersten positiv zur Aufnahme von Flüchtlingen positioniert und auch in ganz praktischen Dingen geholfen. Bemerkenswert seien die Anstrengungen der Verbandsgemeinde unter seiner Leitung auf dem Gebiet der touristischen Erschließung gewesen. Seehausen, heißt es weiter habe überregional im Kreis und im Land einen guten Klang, „es hat sich rumgesprochen, hier wird Neues und Interessantes gemacht“.

Wie geht es weiter, fragen beide noch abschließend in ihrem Schreiben. Eine wichtige Hinterlassenschaft von Robert Reck sei unter anderem die Ermunterung junger Menschen, sich aktiv einzubringen und ihre Ideen zu verwirklichen. Das Bürgermeisteramt wäre schon wichtig, aber das bürgerschaftliche Engagement sei nicht zu unterschätzen und bedürfe der Aufmerksamkeit und Pflege. „Wir brauchen sozusagen eine Koalition der Ambitionierten in den Dörfern und in der Stadt Seehausen.

„In diesem Sinne: Danke Robert Reck und vergessen Sie nicht die nördliche Altmark und viel Freude und Erfolg bei der neuen Aufgabe.“