Osterburg l Die Vermittlungsquote schätzt Sibylle Wellner als gut ein. 55 Katzen fanden in diesem Jahr ein neues Zuhause. Nicht immer fällt es den beiden Mitarbeitern der zum Tierheim Stendal gehörenden Einrichtung einfach, die kleinen Stubentiger, an die sie sich schon gewöhnt haben, abzugeben. Doch meistens läuft es nach ihren Vorstellungen, fühlen sich die Kätzchen auch im neuen Heim sehr wohl.

Sibylle Wellner und Eva Dampke informieren sich oftmals bei den Neu-Besitzern, wie sich die Samtpfoten in der für sie neuen Umgebung entwickeln. Oder aber es gibt Post. So wie vor einigen Tagen. „Eine Familie aus Stuttgart ist auf unserer Internet-Seite auf eine Katze aufmerksam geworden“, sagt Sibylle Wellner. Sie fragte nach und reiste aus dem Baden-Württembergischen an. Seitdem ist Trulla bei ihr. Zur Freude der beiden Osterburger Katzen-Verantwortlichen, die an einigen Tagen von zwei weiteren Helfern unterstützt werden, lagen Fotos von Trulla bei. Sie wissen, dass es ihr gut geht.

Aktuell sind es 67 Katzen, um die sich beide kümmern. Die Anzahl lag in den vergangenen Jahren meist höher. Demnach ist die Situation positiv zu bewerten, hat aber auch einen Hauptgrund: Streuner oder Ausgesetzte von Orten in der Verbandsgemeinde Seehausen werden nicht mehr aufgenommen. Die Verbandsgemeinde kooperiert mit Wittenberge. Der Aufwand mit 67 kleinen Tigern ist trotz einer verminderten Anzahl – zu Spitzenzeiten wurden über 100 Tiere im Osterburger Domizil betreut – kein geringer. Insofern ist das Duo froh, dass die Spendenbereitschaft nicht nachgelassen hat. Sibylle Wellner und Eva Dampke möchten sich bei allen bedanken, die Futterspenden zur Verfügung stellten. Dies ist beispielsweise im Osterburger Edeka-Einkaufszentrum möglich. Jüngst wurden sie auch vom Osterburger Werner Hofmann überrascht, der zu seinem 60. Geburtstag auf Präsente verzichtete, stattdessen um Futter für die Kätzchen bat.

Die Zahl der ausgesetzten oder als herrenlos geltenden Tiere ist nicht geringer geworden, schätzen beide ein. Vor einigen Tagen meldete sich ein besorgter Bürger, der eine Vierpfote meldete, die „total zahm ist“. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass sie ausgesetzt worden ist. Seitdem ist der Kater im Katzenhaus. Und darf sich auf das komplette Rund-um-Versorgungs-Paket freuen. Die tierischen Bewohner werden geimpft, entwurmt, entfloht und kastriert. Und natürlich gibt es regelmäßige Streicheleinheiten.

Wenn sich das Betreuungs-Team etwas für das neue Jahr wünschen dürfte, wäre es ein einheitliches Gesetz: „Die Kastration oder Sterilisation von Hauskatzen, die auch draußen sind, sollte Pflicht werden.“ Denn der Nachwuchs solcher Tiere hat es oft nicht einfach, wird meist ausgesetzt, wissen die beiden.

Das Osterburger Katzenhaus ist seit 2004 am jetzigen Standort an der Düsedauer Straße und bietet seinen kleinen Bewohnern beste Bedingungen mit einem großzügigen Auslaufbereich. Wer einen tierischen Mitbewohner sucht, kann sich bei den Verantwortlichen melden: Tel. 03937/252374.