Losenrade l Höhere Masten, stärkere elektrische und magnetische Felder – die gesundheitlichen Gefährdungen seien erheblicher als bisher. Die Hansestadt Seehausen und ihre Ortsteile haben einige Bedenken. Deshalb fragten besorgte Bürger am Dienstagabend nach. Ist eine Teilverkabelung in der Erde möglich?

Stadträtin Susanne Bohlander (Bündnis 90/Grüne) konnte für die Einwohnerversammlung in der Alten Schule Vertreter des Netzbetreibers in die nördliche Altmark lotsen. Der Ersatzbau ist notwendig, „damit die in der Region erzeugten, steigenden Strommengen aus erneuerbaren Energien sicher und effizient allen Verbrauchern zur Verfügung stehen“, betonte Dirk Manthey vom Unternehmen „50 Hertz“. Ein Erdkabel ist technisch machbar. Aber das Unternehmen scheint von der Planung der Freileitung nicht abzurücken, begründete dies mit negativen Folgen der Trasse unter der Erde.

„Der Kabelverschleiß ist höher.“ Für eine mögliche Reparatur aufgrund der höheren Störanfälligkeit der Leitung würden die Verantwortlichen längere Zeit benötigen. „Das könnte dann bedeuten: Vier Wochen außer Betrieb.“ Auch die massiven Erdarbeiten sieht „50 Hertz“, ein in Berlin ansässiges Unternehmen, als äußerst bedenklich. Auf den Kritikpunkt, dass Freileitungen gesundheitsgefährdend seien, bemerkte Manthey: Am elektro-magnetischen Feld eines Erdkabels ist man deutlich näher dran.

Die Einwohner gaben sich mit den Antworten nicht zufrieden. „Unsere Bedenken wurden nicht ausgeräumt“, sagte Susanne Bohlander im Anschluss an die Versammlung, der auch Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking und Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann beiwohnten. Die Losenrader sind der Meinung, dass eine mögliche Verlegung der Leitung ins Erdreich „absichlich schlecht gemacht wurde, weil es aufwendiger ist.“

200 Meter Luftlinie bis Steinfelde

Die Einwohner des Elbdorfes an der Grenze zu Brandenburg werden weiter mobil machen. „Es soll geprüft werden, ob die Verlegung in die Erde bei Losenrade möglich ist“, fordern die Losenrader. Desweiteren solle 50 Hertz darlegen, ob eine andere Trassenführung als die aktuell geplante in Erwägung gezogen und geprüft wurde. Denn größtenteils wird die neue Freileitung mit der alten aus den 50er Jahren stammenden 220-KV-Leitung identisch sein. „Viele Strecken sind sogar achsgleich geplant“, informierte Manthey. Das bedeutet, die nächsten Siedlungen sind nur unweit entfernt. Bis Losenrade sind es 350 Meter Luftlinie, bis Steinfelde gar nur 200 Meter.

Eine kleine Änderung wurde in den Plan aufgenommen: Die neue 380-KV-Leitung soll östlich an den Hof Koch entlang führen (bisher westlich). „Diese Änderung kennt das Landesverwaltungsamt noch nicht. Wir haben nur angekündigt, dass es diese Lösung gibt“, so Manthey. Dadurch wurde die Entfernung zu Siedlungen etwas vergrößert.

Zum Stand des Genehmigungsverfahrens äußerte das Unternehmen, dass Planänderungen demnächst eingearbeitet werden sollen. Anschließend ist ein Erörterungstermin geplant.