Gladigau l Am 22. Juni wird eine 15-köpfige Kommission Gladigau mindestens drei Stunden lang genau unter die Lupe nehmen. Der Ort teilt bundesweit mit 33 Dörfern die besondere Aufmerksamkeit der Begutachter. Der Grund: Der zur Einheitsgemeinde Osterburg gehörende Ort hatte es im vergangenen Jahr über den Landesausscheid bis in den Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft“ geschafft.

Nun hatte der von Ortsbürgermeister Matthias Müller geführte Ortschaftsrat für Sonnabend zum Arbeitseinsatz aufgerufen, um dem schon ansehnlichen Dorf noch ein wenig Feinschliff zugeben. „Das Wetter ist heute ideal“, freute sich Müller. Und mehr als zwei Dutzend Leute waren dem Aufruf mit allerlei Handwerkszeug an den beiden „Baustellen“ am Bieseanleger und an den beiden Teichen in der Nähe vom ehemaligen Kleinbahnhof gefolgt. „Für mich ist es doch klar, dass ich heute hier dabei bin“, sagte Beate Henning. „Ich gehöre zum Dorf, ich lebe hier und möchte, dass es schön aus sieht.“

Hans-Joachim Henning, der eine Baufirma besitzt, hatte einen Radlader mitgebracht, den Bernd Zander bediente. Der erste „Angriff“ an der Biese galt hier dem Areal: Trockener Grabschmuck vom benachbarten Friedhof und Gestrüpp auf dem Abfallhaufen wurden als Maifeuer verbrannt und die darunter liegende Erde zu einem ordentlichen Komposthügel zusammengeschoben. Günter Preuß, bei den Gladigauern auch als der „Mann für alle Fälle“ geachtet, war mit der Kettensäge dem Wildwuchs zu Leibe gerückt.

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„Wir werden uns den Bewertern ganz normal verkaufen“, sagte der Ortschef auf Nachfrage. „Und einfach das mehr herausstellen, was man hat, zum Beispiel die Sauberkeit im Dorf, die Arbeit der Vereine und die vielen jungen engagierten Leute.“

Henning, der dem örtlichen Sportverein „Blau-Weiß“ vorsitzt, schickt voraus: „Am 25. Juni richten wir wieder unser traditionelles Landsportfest aus.“ Klarer Fall auch für Preuß, der sich unter anderem um die Ordnung auf den Sportanlagen kümmert: „Was wir im Dorf tun, machen wir für uns. Das ist ehrenamtlich und heute allgemein eigentlich normal. Da sollten alle mit zupacken.“

Von den beiden Teichen wurde einer komplett saniert. Kameraden der Feuerwehr pumpten ihn ab. Man setzte die Goldfische, die der Reiher noch übrig gelassen hatte, in den anderen um. Viele fleißige Hände entschlammten den Grund, bargen mit Kraftaufwand die Steine, die die Grundbedeckung beschwerten und ersetzten die schadhafte Folie durch eine neue. „Die Folie hatten wir zum letzten Mal vor zehn Jahren erneuert“, erinnerte sich Wehrleiter Marko Röhl. Nun wollen wir abwarten, wie die Bewertung für uns ausfällt. Wir sind weit gekommen und hoffen zumindest mit vorn zu liegen; bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.“