Gladigau l Ein Jubiläum begeht der Gladigauer Posaunenchor in diesem Jahr. Er ist 85 Jahre alt geworden. „Der Chor ist 1931 aus der Taufe gehoben worden“, berichtete dessen jetziger Leiter Pfarrer Norbert Lazay der Volksstimme. „Er ist seit 85 Jahren ohne Unterbrechungen blaserisch tätig, hatte auch während des Zweiten Weltkrieges nicht pausiert.“

Im 14 Mitglieder umfassenden Klangkörper spielen überwiegend Gladigauer; Rolf Rademin und Christine Neumann verstärken den Chor aus Osterburg. „Jedes Jahr kommen wir regional und darüberhinaus auf 35 bis 40 Auftritte“, summierte Lazay, „die Hälfte davon jedes Mal im Dezember.“ Im kommenden Monat habe man schon 19 Termine, ließ er verlauten.

Das beliebte und bekannte Ensemble ist seit der erfolgreichen Teilnahme Gladigaus am Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ – auf der kommenden „Grünen Woche“ wird die Auszeichnung mit einer Goldmedaille perfekt gemacht – auch für das Fernsehen interessant geworden. Ein Kamerateam des MDR war am Sonnabendabend mit dabei, als der Chor vor dem Feuerwehrhaus und viel Publikum mit Blick auf die Kirche den 1. Adventsonntag einblies. „Dieses Ritual machen wir zur Freude der Gladigauer seit 35 Jahren, jeden Sonnabend vor einem Adventsonntag“, so der Chorleiter weiter.

Der Chor ist auch eine „Reisegruppe“. Am Sonntag blies er auf dem Adventsmarkt inKläden, packte nach dem Auftritt schnell die Instrumente ein und machte sich stracks auf den Weg nach Potsdam um auf dem dortigen Böhmischen Weihnachtsmarkt sein Können zu zeigen. „Darüber sind wir sehr stolz und glücklich“, verriet Lazay. „1993 waren wir auf dem Rasen im Olympiastadion in München aufgetreten. Zwei Jahre später fand unsere große Ostpreußenreise statt, und 2014 hatten wir auf der Karlsbrücke in Prag geblasen. Aber direkt ein Gänsehautgefühl hatten wir, als wir am 3. Oktober 1990 nachts um 12 zum ersten Mal die Nationalhymne, das Lied der Deutschen, geblasen hatten. Die Mitglieder befinden sich im Alter von 23 bis 70 Jahre. Da müsse man auch an Nachwuchs denken. „Ich hoffe ja, dass ich demnächst mit kleinen Jungs wieder als künftige Bläser arbeiten kann“, blickte Lazay erwartungsvoll voraus. Übrigens: Die Aufzeichnung des Fernsehens vom Sonnabend sei am 8. Dezember um 22.30 Uhr in der Reihe „Nah dran“ mit dem Titel „Das ist mir heilig“ zu sehen.