Aufruf zur Kundgebung

A-14-Gegner bekommen Gegenwind durch die AfD

Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt will am Freitagabend in Seehausen Flagge gegen die Autobahngegner und Umweltaktivisten zeigen, die sich vor über drei Wochen im Wald bei Losse eingenistet haben, um den Bau der A 14 zu verhindern.

Von Ralf Franke
Vor gut drei Wochen gab es einen Lkw- und Pkw-Korso der Autobahnbefürworter. Jetzt thematisiert die AfD kurz vor der Landtagswahl die A-14-Verlängerung in Seehausen und will damit auch gegen die Waldbesetzter von Losse demonstrieren.
Vor gut drei Wochen gab es einen Lkw- und Pkw-Korso der Autobahnbefürworter. Jetzt thematisiert die AfD kurz vor der Landtagswahl die A-14-Verlängerung in Seehausen und will damit auch gegen die Waldbesetzter von Losse demonstrieren. Foto: Ralf Franke

Seehausen - Wenn die Autobahngegner, die vor gut drei Wochen einen Kiefernwald bei Losse besetzt haben, am Freitag vor dem Seehäuser Bahnhof wieder ihre Mahnwache abhalten, bekommen sie dieses Mal Konkurrenz.

Am gleichen Abend lädt nämlich der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt unter dem Motto: „Rechtsbruch beenden - Räumung jetzt! Ja zur A 14!“ zur Kundgebung vor dem Gebäude ein, das den Umweltaktivisten als Basislager dient und das in der Nacht zu Montag fast ein Opfer der Flammen geworden wäre. Die näheren Umstände untersucht derzeit die Kriminalpolizei.

Anderer Maßstab

„Während jeder Kindergeburtstag wegen Corona-Maßnahmen geräumt wird und für den normalen Bürger Ausgangssperren gelten, wird hier ganz offenbar ein anderer Maßstab angesetzt“, kritisiert der Parteivorstand in einer Pressemitteilung den Umgang mit den Waldbesetzern, die keinen Hehl daraus machen, sich auf der Trasse der geplanten Autobahn für länger eingerichtet zu haben und offenbar auch von Leuten der Nachbardörfer Unterstützung erfahren.

Besonders im Visier der AfD-Kritik sind „ein SPD-Landrat, der tatenlos zusieht und mit der Situation absolut überfordert scheint, ein Vizepräsident des Landestages der Linken, der sogar Verständnis für die Positionen dieser Illegalen aufbringt, und ein links-grünes Versorgungsnetzwerk, welches dem Anschein nach hinter dieser Besetzung steht.“

Treffen ab 18 Uhr.

Während Landrat Patrick Puhlmann immer wieder betont, bei Räumungsmaßnahmen rechtliche Anforderungen beachten zu müssen und versucht, auf Deeskalation zu setzen, will die AfD laut Demo-Einladung keinen Rechtsbruch mehr dulden und fordert „eine Politik der klaren Kante“.

Die Kundgebung soll um 18.30 Uhr (Sammlung ab 18 Uhr) beginnen. Alle Interessenten seien eingeladen, ein Zeichen zusetzen. Die Partei ist nach eigenen Angaben unter anderem mit einigen Landtagsmitgliedern und -kandidaten vor Ort.