Osterburg l Verunsicherte Kleingärtner machten sich am Montagabend auf den Weg zum städtischen Verwaltungsgebäude. Die zehn Osterburger suchten die Sitzung des Bauausschusses auf, um die Politiker mit ihren Ängsten vor dem Aus ihrer an der Bismarker Straße gelegenen Parzellen zu konfrontieren. Bürgermeister Nico Schulz kam mit ihnen vor der Versammlung ins Gespräch und machte sie darauf aufmerksam, dass das Thema im Ausschuss nicht behandelt werde. Er sagte aber auch zu, sich zu kümmern, um dann entsprechende Fragen beantworten zu können. Ähnlich bedeckt hielt sich der Bürgermeister auch bei einer Nachfrage der Volksstimme: „Dazu kann ich keine Information geben. Das Grundstück ist kein kommunales Eigentum.“

Nach Recherchen der Volksstimme handelt es sich bei dem Besitzer der Fläche um Detlef Mispelbaum aus Seehausen/Börde, der auch als Bauherr in Erscheinung tritt. Mispelbaum bestätigte, dass Aldi in Osterburg umziehen wird. Er habe das Gelände aufgekauft und werde dort auch den Markt errichten. Der Investor führte nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit dem Vereinsvorsitzenden und der Stadt. Und stellte klar, dass niemand einfach so vor die Tür gesetzt werde. Die jetzt anstehenden Vorgänge sollen alle sozial verträglich gestaltet werden. Zudem will Mispelbaum die Eigentümer nach geltender Gesetzeslage entschädigen. Insgesamt gehe es um eine Fläche von 25 000 Quadratmetern, die von ihm erworben wurde. Bis zu maximal 8000 Quadratmeter werden für den Markt, die Parkplätze und die Zufahrten benötigt. Es sei also noch viel Fläche übrig, so der Investor, der den Gartenbesitzern, die ihre Flächen verlieren, Ersatzparzellen anbieten möchte. Diese Offerte wolle er sogar zu einem symbolischen Preis und dann als Eigentum unterbreiten, sagte Mispelbaum. Im Gespräch sei auch gewesen, dass die Stadt freie Gärten als Ersatz anbieten möchte.

„Es gibt Gesetze und daran halten wir uns“, bekräftigte der Investor. Und kündigte weitere Gespräche an. Mispelbaum bedauerte, dass in der betroffenen Kleingartenanlage bislang offenbar noch nicht informiert worden sei. Dort habe es nämlich schon längst Gespräche gegeben, fügte er abschließend hinzu.