Werben l Gut 27 Jahre war der VW LT 50 bei der Freiwilligen Feuerwehr Werben im Einsatz. Im 2019er-Haushalt stellten die Mitglieder des Verbandsgemeinderates Arneburg-Goldbeck die Weichen für eine Neuanschaffung (wir berichteten). Freitagabend rollte das neue Hilfeleistungs-Löschgruppen-Fahrzeug – in dem Fall ein HLF 10 – nun auf den Hof des Gerätehauses am Alten Bahnhof, um von einem Großteil der rund 30 Einsatzkräfte um Stadt- und Verbandsgemeindewehrleiter Michel Nix mit leuchtenden Augen im Empfang genommen zu werden.

Erst gründliche Einweisung

Drei Blauröcke und ihr Chef waren ins 650 Kilometer entfernte Ulm gereist, um das neue Auto zu überführen und sich zuvor am Donnerstag beim Feuerwehr-Ausrüster Ziegler ausführlich in die Feinheiten des funktionellen Aufbaus auf einem MAN-Fahrgestell einweisen zu lassen.

Die vier Leute sollen ihr Wissen bei Dienstabenden weitergeben. Erst wenn die Bedienung der Technik sozusagen aus dem Effeff funktioniert und die Funkgeräte eingebaut sind, wird das HLF 10 offiziell in den Dienst gestellt. Da die Blauröcke ihre Ämter im Ehrenamt ausüben und Corona-bedingt Gruppen gebildet werden sollen, dürfte das wohl erst im Januar 2021 der Fall sein. Die feierliche und symbolische Schlüsselübergabe wird vielleicht noch etwas länger auf sich warten lassen müssen. Auch da hat die Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen ein Wörtchen mitzureden.

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Mit 1600-Liter-Tank

Die Freude an dem Einsatzfahrzeug, das bereits über die regionale Beschriftung einschließlich der Funk-Kennung „Florian Werben 43“ verfügt, schmälert das nicht im Geringsten. Auf dem allradgetriebenen Lkw mit Automatik-Getriebe finden sich vom 1600-Liter-Wassertank bis zur leistungsfähigen Pumpe alle Ausrüstungsteile, die die Feuerwehrleute für eine schnelle Brandbekämpfung in Werben und Umland benötigen. Inklusive vier neuer Pressluftatmer, die in die betreffenden Sitze der bis zu neun Einsatzkräfte integriert sind, die mit dem Auto ausrücken können. Nur beim Schlauchmaterial setzen die Werbener auf ihre „alten“ Bestände.

Dazu kommt ein umfangreiches Equipment für alle möglichen Hilfeleistungen. Das schließt Schere, Spreizer und Hebekissen für schwere Verkehrsunfälle ebenso ein wie eine Motorkettensäge, ein Notstromaggregat, einen Hochleistungslüfter sowie eine effektive Einsatzbeleuchtung, um nur ein paar Beispiele aus dem gut sortierten Kofferaufsatz zu nennen. Wichtig ist übrigens auch eine dreiteilige Schiebeleiter, wenn die rollende Drehleiter mal nicht so schnell vor Ort sein kann.

Genau richtig für Werben

Vorbehaltlich der Endabrechnung war das HLF 10 mit rund 340 000 Euro inklusive einer Landes-Förderung von 125 000 Euro eingeplant. In dem Fall gilt der Preis als vergleichsweise moderat, was der Ausschreibung über die zentrale Landesbeschaffung zu verdanken sei, so Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau im Gespräch mit der Volksstimme. Das Einsatzfahrzeug sei mit seinem breiten Spektrum zur Hilfeleistung wichtig für den nördlichsten Zipfel der Verbandsgemeinde und dabei noch so „klein“ und wendig, dass es auch durch die engen Werbener Gassen komme. Das alte Auto wird übrigens nicht abgeschafft. Der VW LT 50 wird künftig bei den Kameraden der Feuerwehr Sandauerholz ein zweites Einsatzleben führen.