Neukirchen l Anfang 2018 wurden an der B 189 einige neue Maut-Säulen in Betrieb genommen. Auch bei Seehausen versieht so eine hochtechnisierte Konstruktion der Firma Toll-Collect seit her ihren Dienst, um die Kennzeichen von Lkw zu erfassen und so Einnahmen für die Benutzung der Fernverkehrsstraße in die Kassen des Bundes zu spülen. Während sich Otto-Normalverbraucher im Vorbeifahren noch immer fragt, ob die blauen Stelen an der Bundesstraße vielleicht nicht doch auch die Geschwindigkeit kontrollieren oder die Identität von Pkw erfassen können, haben die Neukirchener gut zehn Kilometer weiter inzwischen ganz anderen Sorgen mit beziehungsweise wegen der Säulen. Denn der Schwerlastverkehr durch das langgezogene Wischedorf hat seit der Zeit spürbar zugenommen.

Ob die Mehrbelastung auch messbar oder zählbar sind, müsste noch genau belegt werden. Fest scheint jedenfalls zu stehen, dass Transportunternehmen und anderen Firmen ihre Lkw-Flotte verstärkt über die Landesstraße 2 und ab Werben über die L 16 zum Beispiel zum Zellstoffwerk Arneburg schicken, um Gebühren zu sparen und so entlang der Elbe parallel zur B 189 einen logistischen Nebenkriegsschauplatz eröffnet haben.

Leidtragende sind zum Beispiel die Anlieger in Neukirchen, die im Gegensatz zum benachbarten Schönberg die Häuser meist dicht an der Straße gebaut haben und die Mehrbelastung deutlich zu spüren bekommen. Zum einen durch das Gepoltere, begünstigt durch die erhabenen Fugenfüllungen, die auch Pkw-Fahrer per Sitzdruck deutlich zu spüren bekommen und die für Lärm, aber auch die ersten Schäden an Gebäuden sorgen. Zum anderen ist die Mehrbelastung ein Sicherheitsrisiko vor allem für Radfahrer und Fußgänger.

Folgen diskutiert

Die Folgen des neuen Verkehrsaufkommens und Zuständigkeiten wurden bei der jüngsten Ratssitzung am Montagabend heftig diskutiert. Mit der Folge, dass Bürgermeister Willi Hamann autorisiert wurde, wegen des schwierigen Zustandes aktiv zu werden.

Verantwortlich wäre in erster Linie der Straßenbaulastträger, in dem Fall die Straßenbaubehörde und die Straßenmeisterei. Zum Beispiel, um die Fugen abzufräsen oder anderweitig für eine glatte Fahrbahn zu sorgen. Wobei allen Beteiligten klar ist, wie schwer sich die Verantwortlichen angesichts klammer Kassen mit aufwändigeren Instandsetzungen auf dem platten Land tun. Von einem Neubau ganz zu schweigen.

Für Abhilfe könnte auch das kreisliche Straßenverkehrsamt sorgen, wenn die Geschwindigkeit im Ort auf 30 km/h begrenzt würde. Aber auch das muss beantragt und stichhaltig begründet werden.

Klar ist den Räten und Bürgern um Willi Hamann, dass sie den Lkw- und sonstigen Schwerlastverkehr allein mit Blick auf Ver- und Entsorgungsfahrzeuge, einheimische Unternehmen und die Landwirtschaft nicht aus dem Ort verbannen können. Aber so, wie es derzeit läuft, kann es auch nicht weiter gehen, bekräftigt der Bürgermeister.