Werben l Ein „überaus arbeitsintensives und erfolgreiches Jahr“ liegt hinter den Akteuren des Arbeitskreises Werbener Altstadt (AWA). Die Mitglieder um Vorsitzenden Jochen Hufschmidt konnten wieder einiges auf die Beine stellen und werden auch in diesem Jahr hohe Ziele anpeilen. Beide Biedermeier-Märkte verliefen nach den Wünschen des AWA. Und was noch eine größere Herausforderung darstellte: Die Bewirtschaftung des ehrenamtlich geführten Café Lämpel war ein wahrer Volltreffer und ein Gewinn für die Hansestadt und die Touristen.

„Auch wenn unsere Bilanz erst durch die Mitgliederversammlung gezogen wird, lässt sich schon jetzt Positives feststellen: Mit der Restaurierung und Revitalisierung der Alten Schule haben wir eine große und herausfordernde Aufgabe übernommen“, ist Jochen Hufschmidt stolz auf das von Mitgliedern des AWA Geleistete in Bezug auf die gegenüber St. Johannis liegende Alte Schule, die mit Leben erfüllt wurde.

Zu Pfingsten eröffnet, entwickelte sich das Café Lämpel bis zur Winterpause Ende September zu einem Treffpunkt für Einwohner und Gäste. „Die erste Saison war unerwartet erfolgreich“, bilanziert Hufschmidt. Das würden einerseits die Gästezahlen, andererseits die großzügigen Spenden belegen. Und vor allem aber: Die Rückmeldungen der begeisterten Besucher! „Wir haben den Nachweis antreten wollen, dass es sich lohnt“, sagt der AWA-Chef. Das ist geschehen, nun soll der zweite Schritt erfolgen: Da der Aufwand für die Ehrenamtlichen hoch ist, möchte der Verein eine Person anstellen, die hilft, das Biedermeier-Café in den nächsten Jahren zu etablieren. „Wir sind bereits in Gesprächen mit Interessenten“, verriet Hufschmidt, der sich nochmal bei allen bedanken möchte, die das ambitionierte Projekt unterstützten. Er erinnerte zudem an die großzügigen Fördermittel, die für die ersten Bauabschnitte bereitgestellt wurden.

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Im Umkehrschluss bedeuten Fördergelder die für den Verein sehr anspruchsvolle Aufgabe, die Eigenmittel dafür zu stemmen. Die ehrenamtlichen Kräfte unter der Leitung von Irmgard Gellerich leisteten ganze Arbeit, standen zig Stunden hinter dem Tresen und bereiteten zudem die viel gelobten Kuchen und Torten zu. „Dass dies alles ehrenamtlich geschieht, findet Anerkennung und Bewunderung.“ Die geschmackvolle Gestaltung der Räume und die Einrichtung des Cafés leisteten ihr übriges und trugen zur positiven Bilanz bei. Am 1. Mai soll die Einrichtung, wieder als Vereinscafé geöffnet werden. Bis dahin wird sich noch einiges verändern, vor allem an der Nordfassade des geschichtsträchtigen Hauses, das 1724 bis 1726 erbaut wurde. „Der Zimmermann ist gerade dabei, die Balken auszuwählen“, gibt Hufschmidt den aktuellen Stand an. Zuvor leisteten AWA-Mitglieder wieder einige Stunden ehrenamtliche Arbeit, um sich beispielsweise den Gefachen zu widmen. Auch die Herrichtung eines weiteren Raumes steht bei den Mitgliedern des Arbeitskreises Werbener Altstadt auf der Agenda, er soll speziell den jüngeren Gästen zugute kommen.

Verglichen mit diesem Projekt sind die beiden Biedermeiermärkte und der Tag des offenen Denkmals für die Organisatoren des AWA schon fast Routine. „Aber eine große und herausfordernde Aufgabe stellen diese Veranstaltungen doch jedes Jahr wieder dar. Insbesondere die Märkte bedeuten für alle beteiligten Mitglieder und Freunde des Vereins einen enormen Arbeitseinsatz“, weiß Jochen Hufschmidt.

Beide Märkte, im Sommer und zur Weihnachtszeit, waren auch in diesem Jahr wieder sehr erfolgreich. Trotz Wetter-eskapaden lockte der Biedermeier-Christmarkt abermals viele Menschen nach Werben. „In diesem Jahr wurde von vielen Besuchern neben dem umfangreichen Programm mit den Konzerten in der Johanniskirche als Höhepunkt die Qualität der Angebote der Händler hervorgehoben“, blickt Hufschmidt auf das Ereignis am dritten Adventswochenende zurück. Auch die AWA-Stände mit ihren gastronomischen Angeboten trugen mit zum Erfolg des Marktes bei.

Alle Gewinne an diesen Ständen, die Spenden der Besucher an die Stadtwachen sowie die Spenden einzelner Händler und der Betreiber der Außenstellen des Marktes kommen ausschließlich dem Denkmalschutz zugute – in diesem Jahr der weiteren Sanierung der Alten Schule. Mittel- bis längerfristig soll das Gebäude als „Multifunktionshaus“ ausgebaut und genutzt werden. Mit dem Café als Herzstück.

„Der Denkmalschutz in der Werbener Altstadt, für den wir auch am Tag des offenen Denkmals mit einem großen Programm Werbung betreiben konnten, bleibt die Hauptaufgabe des Vereins“, stellt der Vorsitzende unmissverständlich klar. Diesem Ziel dienten alle Aktivitäten: die Restaurierung der bald 300 Jahre alten Schule, die Sicherungsmaßnahmen an alten Gebäuden, die Beratung bei der Vermittlung leerstehender Häuser und auch die vielfältigen kulturellen Angebote.