Osterburg l „Die Mehrheit entscheidet. Das ist demokratisch und wird natürlich akzeptiert.“ So stellte sich Zaun-Befürworter Wolfgang Tramp (Die Linke) schon vor der Abstimmung im Bauausschuss auf eine Ablehnung des Projekts ein. Eine erneute. Bereits Tage zuvor hatten Tramp und sein Fraktionskollege Hagen Portele im Ortschaftsrat der Biesestadt erlebt, dass die Mehrheit das Aufwand- und Nutzen-Verhältnis der Zaun­anlage als nicht zu rechtfertigen einschätzt. Denn neben der Anschaffung der mobilen Anlage müsste sie Jahr für Jahr auf- und abgebaut sowie eingelagert werden. Und auch das kostet Geld.

Weil noch dazu nicht abzusehen scheint, wie intensiv die Spiellandschaft im Bad in der kalten Jahreszeit tatsächlich genutzt würde, nahm der Ortsrat Abstand von den Zaunplänen. Bei Gegenstimmen von Portele und Tramp lehnte er die Investition ab. Mittlerweile wird von ihm der Ausbau des Spielplatzes nördlich der Moritzburg favorisiert.

Der Bauausschuss griff die Argumentation auf. Wolfgang Tramp und Hagen Portele plädierten auch dort für die Zaun­anlage, die Mehrheit im Ausschuss stimmte aber dagegen. Mit überwiegender Ablehnung ist auch in den übrigen Stadtratsgremien zu rechnen. Gestern Abend befassten sich die Finanzpolitiker mit dem Thema, heute Abend spricht der Sozial- und Ordnungsausschuss über die mobile Zaunanlage.

Dass dieses Projekt demnächst vom Schreibtisch verschwindet, ärgert nicht nur Hagen Portele und Wolfgang Tramp. Auch Nico Schulz bedauert das sich abzeichnende Aus. „Der Wusch nach einer ganzjährigen Öffnung des Spielplatzes im Biesebad ist vom Ortschaftsrat thematisiert worden. Ich fand die Initiative gut. Umso verwunderter bin ich, dass der Ortsrat nun gegensteuert und die Investition nun ablehnt“, sagte der Bürgermeister. Sonst zeigte sich Schulz gelassen. „Wenn die Mehrheit der Stadträte die mobile Zaunanlage ablehnt, gibt es sie eben nicht“, sagte er.