Ortschaftsrat

Bahnbrücke Rossau: Bürgermeister kündigt späteren Baubeginn an

Von Nico Maß
Blick auf die Bahnbrücke. Sie wird abgerissen. Nico Maß

Rossau

Der Baubeginn an der Bahnbrücke in Rossau verzögert sich. Das teilte Ortsbürgermeister Bernd Drong (parteilos) am Montag im Ortsrat mit. Laut Drong, der seine Ratskollegen aus coronabedingten Gründen an der frischen Luft vor dem Dorfgemeinschaftshaus um sich geschart hatte, liege eine letzte Genehmigung noch nicht vor. Deshalb visiere die mit dem Bau betraute Firma nun Montag, 10. Mai, als Startschuss an.

Das Großvorhaben beinhaltet den Abbruch der alten Stahlkonstruktion und den Bau einer neuen Brücke. Zudem werden auf dem von Groß Rossau zum Osterburger Weg und dazwischen über die Brücke führenden Weg auch mindestens zwei Ausweichstellen geschaffen, um landwirtschaftlichen Begegnungsverkehr zu ermöglichen. Läuft alles nach Plan, soll das rund eine Million Euro teure Vorhaben im Frühherbst abgeschlossen werden.

Das Brückenprojekt gilt als erste Maßnahme eines Pakets, das im Zuge eines Flurneuordnungsverfahrens in und um Rossau herum verwirklicht werden soll. Abseits der Brücke handelt es sich dabei hauptsächlich um den Ausbau von ländlichen Wegen. Wie Ortschef Drong und der Osterburger Kämmerer Detlef Kränzel während der Ratssitzung äußerten, ist der finanzielle Spielraum klar abgesteckt. 5,3 Millionen Euro, davon 90 Prozent Fördermittel, stehen im Rahmen des vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten begleiteten Verfahrens zur Verfügung. Dieser Betrag, aus dem unter anderem aber auch Neuvermessungen finanziert werden, sei quasi in Stein gemeißelt.

Das lässt in Rossau die Sorge aufkommen, dass einige Projekte auf der Strecke bleiben. Denn schon das erste Vorhaben, der Brückenbau, habe sich gegenüber ursprünglichen Kostenschätzungen deutlich verteuert. Auch Drong glaubt, dass der Rotstift angesetzt werden muss, um im Kostenrahmen zu bleiben. Wichtige Vorhaben wie der Orpensdorfer Weg oder der Schwarze Weg dürften von einer Streichung aber nicht betroffen sein. Sie stehen in der Prioritätenliste des Verfahrens weit oben.

Abseits der 90-prozentigen Förderung sind die Bodeneigentümer des Verfahrensgebietes gefordert. Sie tragen die Restsumme von 530.000 Euro. Zu diesen Eigentümern zählt die Einheitsgemeinde, die ihren Anteil freiwillig auf 100.000 Euro aufgestockt hat.

Dabei soll es aber auch bleiben. Einer Anfrage aus dem ALFF, ob die Kommune noch mehr beisteuern könnte, stehen die Rossauer Räte ablehnend gegenüber. Grund: Selbst wenn die Kommune tiefer in die Geldbörse greift, ändere sich nichts am Gesamtbudget. Es könne keine einzige Maßnahme mehr umgesetzt werden. Von einer Mehrzahlung der Einheitsgemeinde hätten ausschließlich die anderen Eigentümer etwas. Ihr Anteil würde sich verringern. Diese Unterstützung habe die Kommune aber schon mit der im März 2018 vom Stadtrat beschlossenen 100.000-Euro-Beteiligung am Verfahren geleistet, hieß es am Montag im Ortsrat.