Aktionstag

Barrieren aus dem Alltag räumen

Der Dauernieselregen hinderte am Donnerstag Besucher des Aktionstages der Lebenshilfe Osterburg nicht am Mitmachen.

Von Von Jana Henning

Osterburg l Unter großen Pavillons auf dem August-Hilliges-Platz wurde unter anderem gebastelt, gemalt, geklebt – oder zusammengefasst gesagt: gemeinsam gestaltet. „Das war unser Ziel. Wahrgenommen werden und dem ausgelosten Motto der Aktion Mensch ‚Wir gestalten unsere Stadt‘ entsprechend agieren“, sagte Regina Bahlke, Geschäftsführerin der Lebenshilfe. Für sie, ihr Team und die Beschäftigten war es das erste Mal, sich im Rahmen des bereits zum 25. Mal initiierten europaweiten Aktionstages der Aktion Mensch öffentlichkeitswirksam zu präsentieren.

„Ein erster, großartiger Auftakt dazu, wie man durch Bürgerbeteiligung an das Thema ‚Gesellschaft inklusiver gestalten‘ heranführen kann“, lobte der Geschäftsführer des Lebenshilfe-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, Marcus Hoppe, das Engagement und die Kreativität in der Biesestadt. „Ich bin hier nicht zum ersten Mal zu Gast“, doch bei der auf eingeschränkt mobile Menschen fokussierten Stadtführung habe er tiefere Einblicke erhalten. In die Geschichte und die Barrierefreiheit der Stadt – unter Leitung von Erhard Schmitz. Der stellvertretende Vorsitzende des Altmärkischen Heimatbundes führte die Teilnehmer eine Stunde lang „von Tor zu Tor, entlang der ehemaligen Stadtmauer“, so das Credo. „Wir sind nach der Sanierung der Altstadt in diesem Bereich sehr gut aufgestellt für Menschen mit Handicaps“, schätzt er die Investitionen der Stadt. Und nicht alles gehe auf einmal, doch „der Fußweg zum Friedhof sollte schnellstens gemacht werden“. Und auch der zweite Zugang von der Gartenstraße aus sei bei diesem Wetter unpassierbar. Verbesserungsvorschläge im Allgemeinen, konkrete Hinweise auf Stolperstellen, aber auch Positivbeispiele wie diese werden Bürgermeister Nico Schulz in der kommenden Woche übergeben. Als Schirmherr der Veranstaltung wollte Schulz den Aktionstag „genau dafür – nämlich als eine neugierige Bestandsaufnahme ohne Berührungsängste und einen Ausblick in die Zukunft“ verstanden wissen.

Einen humorvollen Schlusspunkt mit Augenzwinkern setzte der bereits seit 1999 aktive Chor der Lebenshilfe am Nachmittag während der Übergabe des Mosaiklogos im Literaturhof der Generationen. „Auch an trüben Tagen ohne Sonnenschein fröhlich sein...“, sangen die Mitwirkenden des Ensembles „Singen ohne Barrieren“ unter Leitung von Anke Liepe tapfer und fröhlich gegen den missgelaunten Wetterfrosch an.