Beuster l Auch in diesem Jahr werden die Mitglieder des Hilfswerkes „Kinder von Tschernobyl ihre Arbeit fortsetzen, wozu gehört, 18 Mädchen und Jungen aus dem weißrussischen Narowlja samt Betreuern und Dolmetschern wieder für einen Erholungsaufenthalt nach Deutschland zu holen. Das betonte Vereinsvorsitzende Veronika Benecke jetzt in einer Mitteilung.

Wobei sich für 2020 unerwartet eine Hürde auftat. Weil der Paritätische das bisher genutzte Integrations-Dorf Arendsee (IDA) verkaufen will und den vereinbarten Termin nicht mehr garantieren konnte, mussten die Gastgeber auf Quartiersuche gehen und wurden im Ferienland Arendsee fündig, wo jetzt vom 4. bis 29. Juni gebucht ist. „Allerdings waren die Sonderpreise, die wir im IDA hatten, nicht zu halten. Jede, jeder ist darum gebeten, unser Spendenaufkommen erhöhen zu helfen“, lässt Benecke mit drei Ausrufezeichen wissen, um gleichzeitig allen zu danken, die die Arbeit des Hilfswerkes auch im vergangenen Jahr unterstützt haben.

Dass das Engagement für die Strahlenopfer weiter nötig ist, daran lässt die Vorsitzende längst nicht mehr nur mit Blick auf Tschernobyl keine Zweifel aufkommen. Weil die Regionen um Tschernobyl und Fukushima noch Tausende von Jahren verstrahlt sein werden, sei es inakzeptabel, dass der japanische Premierminister bei der Vergabe der Olympischen Spiele 2020 an Japan lauthals verkündete: „Lassen Sie mich Ihnen versichern: Die Situation ist unter Kontrolle.“ Das sei genau so verbrecherisch wie die Ansage des weißrussischen Präsidenten gewesen, der schon 1996 behauptete, dass es keine Folgen von Tschernobyl im Land mehr gebe.

Erst 2019 wurden neue Daten zum Schilddrüsenkrebs bei Kindern veröffentlicht. Demnach sei diese im Kindesalter sehr seltene Erkrankung in den Jahren 2014 bis 2018 in Fukushima 23-mal häufiger aufgetreten als im japanischen Durchschnitt, macht Veronika Benecke geltend.

Für das laufende Jahr weist sie schon auf zwei Veranstaltungen hin, die auf die Arbeit des Vereins aufmerksam machen, aber auch Spenden akquirieren sollen. Demnach findet am Sonntag, 26. April, in der katholischen Kirche Seehausen ein Benefizkonzert des Gospelchors Seehausen unter Leitung von Ralph Netal statt. Die Veranstaltung beginnt 17 Uhr. Anschließen sind bei hoffentlich frühlingshaftem Grillwetter rund um die Kirche Gespräche geplant.

Am Sonntag, 3. Mai, bittet Vorstandsmitglied Jörg Harthun wieder zu seiner Benefizradtour. Der Startschuss fällt wie in den Vorjahren um 10 Uhr an der Seehäuser Wischelandhalle. Von dort aus geht es nach Beuster zur Vereinsvorsitzenden, wo im Garten des ehemaligen Pfarrhauses für einen Imbiss und Erfrischungen gesorgt sein wird.

Die Gastelternwochenenden für den Ferienaufenthalt der Kinder stehen auch schon fest. Unterstützung bei der Unterbringung der jungen Gäste wird vom 12. bis 14. und 19. bis 21. Juni benötigt.