Osterburg l Die Sonne hat ja ihr Gutes. Im Osterburger Biesebad zeigt sie derzeit ein paar Nebenwirkungen, die Guido Lenzner aber fest im Griff hat: Wenn die Wassertemperatur 23 Grad übersteigt, wächst das Schilf etwa zehn Zentimeter am Tag. Und muss damit regelmäßig gemäht werden.

„Ein bisschen nach links, nein, wieder nach rechts“, dirigiert Lenzner Mitarbeiter Ronny Schneider, der das Boot lenkt. Der Nichtschwimmerbereich und der Großteil des 100 Meter langen Schwimmerbereichs sind mit Kies aufgefüllt, aber die Randbereiche haben es nötig, konsequent gestutzt zu werden. Die tiefste Stelle im Bad misst nicht mal zwei Meter. Da ist stetige Pflege ein Muss.

„Am besten macht sich das bei Sonnenschein und wenn kein Wind geht. Dann ist das Wasser glasklar, und man sieht genau, wo es steht“, beschreibt er. Alle vier Wochen kommt jemand vom Gesundheitsamt und nimmt Proben. Das aktuelle Zertifikat kann jeder Gast am Eingang sehen.

Bilder

„Toi, toi, toi. Wir haben sehr gute Ergebnisse“, freut sich Guido Lenzner, dessen Frau Annett im zweiten Jahr Pächterin ist. „Die älteren Damen, die regelmäßig hier sind, schwärmen immer, das Wasser wäre so weich“, fügt Lenzner hinzu. Manche Besucher springen drei Mal am Tag ins kühle Nass, schwimmen zehn Bahnen und kommen wieder, berichten die Mitarbeiter.

Um 11 Uhr öffnet das Bad regulär. Für die Kinder des Hortes und der Tagesstätten sind die Rettungsschwimmer Marius Melms und Stefanie Schulz auch schon am Vormittag in der beliebten und modernen Freizeiteinrichtung. Wenn sie nicht im Wasser planschen, tollen die Mädchen und Jungen auf der Wiese und auf dem Spielplatz mit dem Piratenschiff herum. „Wir investieren hier unheimlich viel Zeit in die Pflege“, so Lenzner. Das sieht man, und das sagen auch die Gäste. Wem die Schatten spendenden Bäume nicht ausreichen, der kann sich gern einen roten Schirm holen. Davon gibt es viele. „Für mich ist es ein zweites Zuhause geworden. Ich bin hier so oft, wie ich kann. In meiner Kindheit waren wir hier von morgens bis abends zum Baden“, erinnert er sich und schiebt nach: „Natur pur. Mehr geht nicht. Oder?“ Eine Antwort erwartet er nicht.