Arneburg-Goldbeck l Jetzt gilt‘s. Wenn genügend Bürger über den Abschluss eines Vorvertrages Interesse bekunden, ist auch die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck ein großes Stück weiter auf der Datenautobahn. Weiter eigentlich, als man jetzt denken kann. Denn wie Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau betont, werden sechs Glasfasern mit je einer möglichen Geschwindkigkeit von 1000 m/bit an die Haushalte verlegt, wovon erstmal nur je eine scharf geschalten wird. Zukünftig sind dadurch aber noch weit mehr Geschwindigkeiten drin. „Wirklich zukunftsfähig ist deswegen nur Glasfaser am Haus.“ Man möge sich nicht täuschen, denken, was ich heute habe, reicht mir. „Vor zehn Jahren hat keiner gedacht, dass wir mal LTE am Handy brauchen“, so Schernikau, der dafür plädiert, im Sinne einer zukunftsfähigen Altmark unbedingt auf das Boot aufzuspringen.

Die Verbandsgemeinde hat bereits Erfahrungen mit dem Zweckverband, war Arneburg doch Pilotprojekt des Zweckverbandes. Da teilweise zeitgleich auch die Telekom – mit weniger zukunftsträchtiger Technik – ausbaute oder Informationen nicht rechtzeitig genug flossen, haben die Beteiligten auch schlechte Erinnerungen an die Zeit des Ausbaus. Am Ende aber steht das Ergebnis: der erfolgte Anschluss. Diesen können sich nun über ihre Verortung im Projektgebiet I oder Projektgebiet II auch die anderen Orte der Kommune sichern. Schwarze Flecken, das heißt Orte ohne Glasfaser, wird es aber weiterhin geben. So haben in Arneburg-Goldbeck Teile der Ortslage Rochau, Goldbeck, Iden und Eichstedt das Nachsehen. Sie galten, da sie schon Geschwindigkeiten bis zu 30 m/bit haben oder diese zum Zeitpunkt der Erhebung in Aussicht standen, keinen Anspruch auf Förderung. Denn dass die Bürger den eigentlich rund 2000 Euro kostenden Anschluss vorbehaltlich des Vorvertrages gratis bekommen, wird durch Fördergelder ermöglicht. 140 Millionen  Euro soll es kosten, große Teile der Altmark mit Glasfaser bis ins Haus („Fibre to the home“) zu versorgen – 64 Millionen Euro davon kommen als Fördermittel von Bund und Land, teilt der Zweckverband mit.

Nachvollziehbar, dass Bürger, die jetzt nicht angeschlossen werden können, also zu den „schwarzen Flecken“ gehören, dies nicht gut finden. Wenn nun aber die Bewohner der „weißen Flecken“ sich nicht anschließen lassen wollen, haben die Bewohner der „schwarzen Flecken“ künftig erst recht keine Chance, heißt es. „Die Kabel werden ja schon so verlegt, dass ein Anschluss der anderen später auch möglich ist“, so Schernikau, der auch so sehr für den Anschluss spricht, da die Technik austauschbar ist. „Falls es mal etwas besseres als Glasfaser gibt.“ Nicht zuletzt steige der Wert eines Grundstücks immens mit einem Glasfaseranschluss. Die Frage danach werde beim Verkauf einer Immobilie künftig eine der ersten, wenn nicht die erste sein.