Osterburg l Die gelernte Textilreinigungsfacharbeiterin war schon als Kind gern im Garten. „Wir hatten zu Hause, ob in Stendal oder später in Dahlen, immer einen Garten. Mit meinen beiden Geschwistern bekam ich ein Beet, und da konnten wir säen, pflanzen und ernten nach Herzenslust. Was wächst, muss auch gepflegt werden, das wurde uns schon früh klar gemacht, auch wenn es manchmal nicht unseren Beifall fand.“ Sie „liebe ganz doll Blumen, sie sind meine Welt“, sagt sie, und als sie später ihren eigenen Garten hatte, wurden außer Blumen viel Gemüse und Obst angebaut.

Vereinsleben plätscherte vor sich hin

Im Februar 2014 kam Heike Peters-Busch mit ihrem Mann nach Osterburg, um in der Biesestadt neu Fuß zu fassen. Als Arbeitslose ohne Vermittlungschancen begann sie sich gleich nach einem Garten umzusehen. Schließlich habe sie im Verein „Zur Erholung“ das für sie Passende gefunden. „In der Anlage ,Am Bültgraben‘ übernahm ich eine 400 Quadratmeter große Parzelle.“ Was ihr dort nicht gefiel: Das Vereinsleben plätscherte so vor sich hin. Sie sprach mit vielen Gartenfreunden, ließ auch durchblicken, wie sie sich die Vereinsarbeit vorstellt.

Im Februar 2016 stand bei den Kleingärtnern wieder die Vorstandswahl auf der Tagesordnung. Die Mitglieder wählten Heike Peters in das Gremium, mehr noch: Man machte sie zur Vorsitzenden. Nach der Wahl gab es Glückwünsche, aber auch Abwartehaltungen. Mal sehen, was der neue Besen kann. Der führte schon kurz darauf regelmäßige Sprechstunden des Vorstands ein.

Viele Abende habe sie zu Hause über die Akten des Vereins gebrütet, blickte Peters-Busch zurück. „Vor allem Konrad Oefler und Evelyn Naumoff haben mir da sehr geholfen“, lobt sie. „Ich kam mir damals vor wie eine Nichtschwimmerin, die ins kalte Wasser geworfen worden war.“

Lob vom Kreisvorsitzenden

Manfred Meckel, Vorsitzender des Kreisverbandes der Gartenfreunde, fiel Heike Peters Betriebsamkeit auf. Er beo­bachtete ihre Aktivitäten, kam nach Osterburg, redete mit ihr, hörte aufmerksam zu und bot an: „Wenn du Hilfe brauchst, sag Bescheid, ich komme.“ So half Meckel mit, der neuen Vorsitzenden die ersten Schritte zu erleichtern. Zwei Jahre später stellte er fest: „Ich habe mich in Heike nicht getäuscht: Sie hat nicht nur Ideen, sondern sie setzt alles daran, sie zu verwirklichen und mobilisiert dazu die Mitglieder. ,Zur Erholung‘ ist nun einer der wenigen Vereine, in denen das Vereinsleben funktioniert. Und für einen Verein, in dem Leben ist, wird es auch Interessierte geben.“ Neben Oefler, Heim und Naumhoff kann sich die Vorsitzende auf einen festen Helferstamm verlassen, zum Beispiel Günter Cichosz, Klaus Löbel, Fritz Eggert, Wolfgang Köhn, Ute Beninde und etliche andere. 2016 belegte der Verein auf Anhieb den zweiten Platz im Gartenwettbewerb des Landkreises. Die Einheitsgemeinde würdigte die Bemühungen mit dem Wanderpokal als den besten Kleingärtnerverein der Hansestadt. „2017 konnten wir ihn verteidigen und wollen es auch in diesem Jahr schaffen, dann gehört er für immer uns“, hofft die Vorsitzende.

Ein erstes Sommerfest avancierte 2016 zu einem vollen Erfolg. Unter dem Motto „Was machen Kleingärtner im Winter?“ organisierte Peters-Busch wöchentliche Handarbeits-, Bastel- und Spielnachmittage, die inzwischen mit Beteiligung von außen das ganze Jahr über währen; nun denkt sie über regelmäßige Preis-Kartenturniere nach. Gegenwärtig sind Mitglieder mit dem Bau von Nistkästen für ein Vogelhotel „Eintritt frei“ beschäftigt. Für die Aktion „Schnuppergarten“ – ein Jahr pachtfreies Bewirtschaften einer leeren Parzelle – haben sich bereits zwei Interessenten gefunden. Außerdem wurden für einige leer stehende Parzellen unter den Mitgliedern Gartenpaten gewonnen, die sie in Ordnung halten, bis sie neu verpachtet werden. Unbewirtschaftete Gärten werden bei den regelmäßigen Arbeitseinsätzen immer mit bedacht.

2017 wurde mit dem Anlegen eines Trockenbiotops und eines Insektenhotels begonnen. Es gibt einen Heidegarten, ein Insektenparadies mit Blumenwiese und eine Spielecke für Kinder. „Außerdem wollen wir die leere Parzelle Nr. 50 ,Am Bültgraben‘ in einen Küchen- und Heilkräutergarten umwandeln. Und beim Stadt- und Spargelfest werden wir mit einem Stand präsent sein.“

Auch ein drittes Sommerfest ist in Planung, schon davor steht den Gärtnern aber ein ganz besonderes Ereignis ins Haus. Denn „Zur Erholung“ ist in diesem Jahr gemeinsam mit 19 weiteren Vereinen aus der gesamten Republik beim Bundeswettbewerb der Gartenfreunde dabei.