Osterburg l Auf Einladung und Vermittlung des Verkehrsministeriums besuchten am Mittwoch Abordnungen der Provinz Modena (Italien) und der Stadt Nagykalló (Ungarn) Osterburg, um sich den von Ehrenamtlichen gesteuerten und im Linienverkehr eingesetzten Ford Transit Kombi näher anzuschauen. Und sich über die ersten Erfahrungen der Altmärker mit dem Fahrzeug zu informieren. Modena und Nagykalló arbeiten ebenso wie das Magdeburger Verkehrsministerium, der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt sowie weitere Partner in Kroatien, Polen, Tschechien oder der Slowakei im Rumobil-Projekt der Europäischen Union zusammen.

In diesem Projekt wird gemeinsam nach Lösungen gesucht, wie in bevölkerungsschwachen ländlichen Regionen eine nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität gesichert werden kann, auch wenn entsprechende Angebote aufgrund sinkender Einwohnerzahlen und eines damit einher gehenden Nachfragerückgangs verknappt werden.

Ein solches Angebot abseits des eigentlichen Öffentlichen Personennahverkehrs stellt der Osterburger Bürgerbus dar. Dass Amtsleiterin Anke Müller mit Blick auf die Resonanz der Bevölkerung über einen verhaltenen Auftakt resümierte, kam für Wilfried Köhler nicht überraschend. Und dementsprechend auch kein Grund zur Sorge. Für den Referats­leiter, der aus dem Verkehrsministerium heraus Demografieprojekte wie den Bürgerbus begleitet, sei von Anfang an klar gewesen, „dass wir einen langen Atem benötigen.“ Zu dieser Erkenntnis habe ein Bürgerbus-Beispiel aus den alten Bundesländern geführt, dass die Sachsen-Anhalter während der Vorbereitung des eigenen Projektes kennenlernten. Dort dauerte es nach Köhlers Angaben drei Jahre, bis sich der Bus tatsächlich eingebürgert hatte und wie von den Ini­tiatoren erhofft angenommen wurde.

Osterburgs Bürgerbus stand für die Besucher aber nicht nur zur Besichtigung zur Verfügung. Frank Fleschner, einer der ehrenamtlichen Fahrer, nahm die Italiener und Ungarn zu jeweils einer Probefahrt mit. Fleschner fuhr dabei die „Tour Königsmark“ ab, die von den Einwohnern bislang am besten angenommen wurde. Zeitgleich unternahm Museumschef Frank Hoche mit der jeweils anderen Abordnung einen historischen „Stadtspaziergang“ durch Osterburg. Später am Nachmittag trennten sich die Wege. Beim Abschied blieb der Bürgerbus aber außen vor, die Gästen reisten mit der Bahn ab.