Goldbeck l Wiederaufnahme des Schulbetriebs: 39 Schüler aus der neunten und den zehnten Klassen saßen gestern erstmals nach der Corona-Pause wieder in den Unterrichtsräumen der Goldbecker Sekundarschule. Deutsch, Mathematik und Englisch standen unter anderem auf dem Stundenplan. Die Jugendlichen müssen Mitte Mai ihre Abschlussprüfungen absolvieren. Und das Team um Schulleiterin Ramona Reck ist optimistisch, dass die Schüler gut vorbereitet in die für sie wichtige Zeit gehen.

Die Zuversicht der Pädagogen ergibt sich unter anderem aus den vergangenen Tagen und Wochen, wo die Lernenden die Aufgaben in den eigenen vier Wänden bewältigen mussten. „Das hat überraschend gut funktioniert“, sagt stellvertretender Schulleiter Torsten Hansch. Und Ramona Reck fügt hinzu, dass es „viele lobende Worte von den Fachlehrern für die Schüler“ gegeben hätte. Viele Lehrer bevorzugten das Verschicken kompletter Aufgabenbereiche für eine Woche - so waren die Schülerinnen und Schüler zeitlich etwas flexibler.

Nun beginnt der Schulalltag für die Zehnt- und Neuntklässler wieder um 7.30 Uhr. Natürlich unter Einhaltung der Vorschriften: Die ältesten Schüler der Einrichtung lernen in vier Unterrichtsräumen, um in den kleineren Gruppen möglichst den Abstand zu den Klassenkameraden zu wahren. Auch die Pausen werden individuell festgelegt, wobei sich die Lehrkräfte untereinander absprechen. Bereits beim Betreten des Schulgebäudes wird die Schülerschar mit den Hygienevorschriften vertraut gemacht. So ist unter anderem das Händewaschen nach dem Eintritt in den jeweiligen Klassenraum Pflicht.

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Gegen verkürzte Sommerferien

Die Erfahrungen der Pädagogen aus der schulfreien Zeit mit dem Home-Schooling, also dem Lösen der Aufgaben daheim, sind äußerst positiv: „Die Einstellung der Schüler stimmt“, lobt Reck „ihre“ Schützlinge. Die Zehntklässler haben an den kommenden Tagen Zeit, sich mit den Fachlehrern wichtigen und prüfungsrelevanten Themen zu widmen. Von Vorteil ist der bereits vor der unfreiwilligen Pause abgearbeitete Unterrichtsstoff. „In den Kernfächern waren wir durch, hätten die Vorprüfungen angehen können“, gibt Torsten Hansch Auskunft. Auch die Neuntklässler bereiten sich auf ihre Prüfungen vor. Denn sie wollen unbedingt am Ende ihrer Schulzeit den qualifizierten Hauptschulabschluss in den Händen halten.

Für die Fünft- bis Achtklässler ändert sich an der gegenwärtigen Situation nichts: Sie erhalten weiterhin via Internet oder aus der Sekundarschule ihre Aufgaben. Noch ist unklar, wann im Lernort wieder komplett Normalität herrscht - mit allen rund 200 Kindern und Jugendlichen. „In Gedanken spielen wir das auch schonmal durch“, so die Schulleiterin. Falls die Maßnahmen mit den Abstandsregelungen bestehen bleiben, was die Einteilung der Klassen in mehrere Gruppen zur Folge hätte, „würde dies zum Problem werden“. Im Endeffekt heißt das für Goldbeck: Diese Situation sei nur mit mehr Pädagogen zu bewältigen.

Gibt es verkürzte Ferien? Derzeit wird dieses Thema diskutiert. Ramona Reck und Torsten Hansch würden sich dagegen aussprechen. Schließlich ist die Corona-Krise mit der Betreuung der Kinder in den eigenen vier Wänden für die Familien „eine echte Belastung“, sagt Reck. Auch für die Lehrer, die stets als Gesprächspartner für die Schüler und Eltern zur Verfügung standen, sei die Zeit eine große Herausforderung. Die Familien bräuchten „mal Luft, um die Sache zu verarbeiten.“