Seehausen l Mit dem Start in die heiße Phase der Notbetreuung in den Kindereinrichtungen der Verbandsgemeinde Seehausen infolge der Corona-Pandemie sind auch die Schnelltests eingetroffen, die das Land den Träger-Kommunen zur Verfügung stellen wollte. Gestern standen die Gerätschaften für den Abstrich und dessen Untersuchung samt den dafür notwendigen Substanzen in den zehn Kitas und den beiden Horten zur Verfügung.

Speziell geschultes Personal für die Entnahme der Abstriche, so wie es sich ursprünglich auch Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) gewünscht hatte (wir berichteten), konnte indes nicht aufgetrieben werden. Aber auf den Internetseiten der sachsen-anhaltischen Landesregierung gibt es ein Video zum Schnelltest, in dem das Prozedere für Laien verständlich erklärt wird.

Daran orientierten sich gestern auch die Mitarbeiterinnen der Kossebauer Kita „Wichtelhausen“ um ihre Leiterin Kornelia Krüger, die sich zudem über einen neuen Satz der virensicheren FFP2-Masken freute. Zur Demonstration erfolgte der Schnelltest zu zweit, wobei in dem Video das Verfahren so dargestellt ist, dass der Abstrich aus dem Hals-Rachen-Raum mit etwas Überwindung auch alleine so entnommen werden kann, dass genug Schleim für die Suche nach den infektiösen Viren zusammenkommt.

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Bei einem positiven Ergebnis würde der sogenannte PCR-Test über das Gesundheitsamt des Landkreises Stendal folgen, der im Ergebnis wesentlich sicherer ist und auf Kleinstmengen Viren reagiert. Die Entnahme des Abstriches ist freiwillig, zum Beginn des verschärften Lockdowns vorerst einmalig und damit eben auch nur eine Momentaufnahme. Aber ein Stück weit Sicherheit vermittle er schon, bestätigte Kloth im Gespräch mit der Volksstimme.

Die Kossebauer Einrichtung besuchten gestern 15 von sonst knapp 50 Mädchen und Jungen. Für die kommende Woche gebe es nach derzeitigem Stand wenigstens fünf weitere Anmeldungen, so Kornelia Krüger. Damit wäre in etwa der Stand während des ersten Lockdowns erreicht, wo die Fallzahlen nach heutigen Maßstäben allerdings eher harmlos anmuteten. In den anderen Tagesstätten sei der Trend ähnlich, weiß auch der Verbandsgemeindebürgermeister, dem bis gestern 195 Fälle beziehungsweise Betreuungsanträge bekannt waren.

Angesicht einer in den nächsten Tagen zu erwartenden Auslastung von bis fast 50 Prozent fragt sich Kloth mit Blick auf einschlägige Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie allerdings, was das noch mit Notbetreuung zu tun hat. Einerseits freut sich das Gemeindeoberhaupt darüber, vielen Eltern und damit auch einigen Unternehmen und nicht zuletzt Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen weiterhelfen zu können, die auf die Leute dringend angewiesen sind, was die Verwaltung bei der Beurteilung der Elternanträge auch berücksichtige. Andererseits scheine die Liste der sogenannten systemrelevanten Berufe angesichts des derzeit extremen Ansteckungsrisikos recht großzügig ausgelegt. Außerdem bemängelt er, dass es einige wenige Eltern gebe, die die Regeln zu ihren Gunsten auslegen, obwohl sie die Betreuung ihres Nachwuchses in Eigenregie organisieren könnten.

Sein genereller Appell an die Einwohner der Verbandsgemeinde: nicht alles zu tun, was machbar ist, sondern nur, was unbedingt nötig ist. „Die Durststrecke wird noch eine Weile dauern“, orakelte Kloth.