Rossau l Wochentags befördert Wolfgang Pahl morgens Kinder ins Rossauer „Zwergenland“, nachmittags holt der Osterburger seine jungen Fahrgäste wieder ab. Ein Ablauf, an dem sich die derzeit sechs Passagiere längst gewöhnt haben und der überhaupt kein Problem darstellt, wie Kita-Chefin Janett Käckenmeister versichert. Für sie ist es keine Frage: Der Kita-Bus ist ein Erfolg. Anfang des Jahres ausgetüftelt, im Frühjahr vom Stadtrat beschlossen, vom Land zu 80 Prozent gefördert und Anfang September in die Tat umgesetzt, ist die Zahl der Kinder in der kleinsten Tagesstätte der Einheitsgemeinde dank dieser Idee auf nunmehr 14 angewachsen.

Mit dem Bus stellt die Rossauer Kita zudem für Osterburger Eltern eine Alternative dar, um dem im Gebiet der Kernstadt herrschenden Engpass an Krippenplätzen aus dem Weg gehen zu können. Für Nico Schulz ist dies aber nicht das einzige Pfund, mit dem Rossau wuchern könne. „Auch die ländliche Umgebung der Tagesstätte dürfte für manche im Stadtgebiet lebende Familie reizvoll sein“, glaubt der Bürgermeister.

Schulz sieht aktuell keinen Grund dafür, dass die Nachfrage am bis zum 31. Dezember 2016 vom Land bezuschussten Kita-Bus demnächst abflauen könnte. Ganz im Gegenteil. Es deutet sich sogar ein Zuwachs an Passagieren an. „Uns liegen schon weitere Anmeldungen vor.“ Sicher ist zudem, dass die kleinen Fahrgäste schon in Kürze in einem neuen Bus befördert werden. Eigens für das Projekt hat die Kommune einen VW finanziert, der in diesen Tagen ausgeliefert werden soll.

In Sachen Kita-Bus kamen auch erfreuliche Nachrichten aus Magdeburg. Im Rahmen eines vom Land vergebenen Demografiepreises wurde das Osterburger Projekt mit einem zweiten Platz und einem Geldbetrag von 1000 Euro ausgezeichnet. „Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung in ländlichen Regionen wird unser Kita-Bus als ein Beispiel angesehen, das Schule machen könnte“, sagte Schulz.

Was mit dem Preisgeld geschieht, steht noch nicht ganz fest. Bürgermeister Nico Schulz wünscht sich eine peppige Gestaltung für den Kita-Bus. Laut Tagesstätten-Chefin Janett Käckenmeister könnte diese Idee aber auch über Sponsoren umgesetzt werden. Geht diese Überlegung auf, stehen die 1000 Euro komplett für den Kauf von Spielmaterial für das Rossauer „Zwergenland“ zur Verfügung.