Gladigau l Ortsbürgermeister Matthias Müller begrüßte am Mittwoch ein 30-köpfige Gremium, bestehend aus Vertretern mitwirkender Verbände und Politikern von der Bundes- bis zur kommunalen Ebene. Die von dem hessischen Landrat Dr. Reinhard Kubat geführte Kommission bereiste mit Gladigau eine von 33 Siegerkommunen aus 13 Bundesländern, die sich für das Bundesfinale qualifiziert haben. Nach der Vor-Ort-Begehung aller Dörfer entscheidet eine Jury über die Platzierung in Gold, Silber und Bronze und vergibt Sonderpreise. Die Preisverleihung findet 2017 während der Grünen Woche statt.

Auf dem dreistündigen Rundgang, begonnen an der neuen Burg-Silhouette, vorbei an gepflegten Grundstücken, auf sauberen Straßen, über ordentliche Grünflächen (Festwiese) konnte sich die Kommission von den Aktivitäten und Projekten, gegliedert in vier Fachbereiche, überzeugen, die das Leben im Dorf lebens- und für die Bewohner auch liebenswert machen.

Der Rundgang mit neun Stationen wurde von Norbert Lazay moderiert; Vertreter der im Dorf ansässigen Vereine, Firmen und Einrichtungen gaben Erläuterungen. Günter Preuß, versieht im Dorf ein Ehrenamt, das er wörtlich nimmt, nämlich „seit 12 Jahren ehrenamtlich für seinen Heimatort unentgeltlich tätig zu sein“, sei es als Sportplatz-, Festplatzwart sowie als Koordinator des ABM-Beschäftigten und des Gartenbauhelfers. „16 Kilometer Bankette müssen regelmäßig gemäht werden, damit der Ort immer sauber aussieht. Hansjoachim Henning, Vorsitzender des Sportvereins Blau-Weiß, stellte seinen 1928 gegründeten Verein vor und konnte ein Original-Fußballtrikot aus dem Jahr 1933 vorzeigen. Horst Bannehr, Intendant des Dorftheaters führte die Begutachter in den Probenraum des Dorftheaters im Vereinsgebäude. Seit kurzem ist der Jugendklub auf der Homepage „Mein Gladigau“ zu finden und teilt Geschichtliches, Neues aus dem Vereinsleben und Wissenswertes über die örtlichen Betriebe mit.

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Ursula Müller, die den Plattschnackernachwuchs betreut, stellte ihnen die Teilnehmer der Sommerschule mit Liedern, Gedichtern und einem lustigen Sketch vor. Zuvor hatten Joachim und Marita Roloff den „Dörpschen Krug“ von ihnen in zweiter Generation geführt, als wichtige Veranstaltungsort, Theaterspielstätte, Sitz des Altmärkischen Heimatbundes und beliebten Treff der Gladigauer präsentiert. Pastor Norbert Lazay machte die Besucher mit der Kirche, mit dem traditionsreichen Posaunenensemble und dem Kirchenchor bekannt gemacht. Am Backhaus im Pfarrgarten endete der Fußmarsch.

Ortsbürgermeister Matthias Müller zeigte sich ganz entspannt: „Wir sind auf die Bewertung gut eingestellt und vorbereitet; es hat sich im Vorfeld wohl kaum jemand aus dem Dorf ausgeschlossen. Hauptsächlich haben sich unsere Vereine beteiligt.“ Norbert Lazay: „Erwartungsvoll und freudig bewegt habe ich dem heutigen Tag entgegengesehen, auf den wir seit Monaten hingearbeitet haben.“ Auch Petra Kaufmann vom Landwirtschaftsbetrieb Kaufmann & Ungnade zeigte sich ganz entspannt: „Wir freuen uns, dass wir so weit gekommen sind.“ Herbert Kühne, der der Kommission seine „Traditionsinsel Kleinbahn“ vorstellte, sagte: „Alle Aktivitäten sind für das Gemeinwohl gedacht. Die Dorfgemeinschaft hält zusammen; wird manchmal auch gedmeckert, so klotzen schließlich doch alle ran.“